Harburg & Umland
01.02.13

Museum

Münchener will Schmeling-Haus kaufen

Betreiber eines Profiboxstalles möchte im Wenzendorfer Domizil der Schwergewichts-Legende ein Schmeling-Museum einrichten.

Von Ines van Rahden
Foto: pa/dpa
Max Schmeling gestorben
Max Schmeling hatte das Haus in Wenzendorf, in dem er viele Jahre mit seiner Ehefrau Anny Ondra gelebt hat, vor seinem Tod der Gemeinde überschrieben

Dierstorf-Heide. Am Donnerstag, 7. Februar, ist Ratssitzung in Wenzendorf. Von 19.30 Uhr an wird Bürgermeister Manfred Cohrs mit den Politikern aller Fraktionen besprechen, wie es um die Zukunft des Max-Schmeling-Hauses bestellt ist. Mehrere private Investoren haben bereits Interesse an dem ehemaligen Wohnhaus der deutschen Boxlegende signalisiert. Einer von ihnen ist Roland Suttner. Der Münchener will das Gebäude in Dierstorf-Heide käuflich erwerben, um es in eine Erinnerungsstätte des deutschen Boxsports umzuwandeln. Nun hofft er auf die Unterstützung von Politik und Stiftung.

Roland Suttner lebt mit seiner Familie in einer stillgelegten Eiscremefabrik in München. Der Vater von acht Kindern führt dort seine "Boxfabrik" und den Profiboxstall "Pro Box". Mit den Klitschkos ist er seit Jahren persönlich befreundet, organisierte zeitweilig die Vorkämpfe und Sparringspartner. Die Wände seines Zuhauses zieren Fotos der Boxgrößen aus aller Welt. In einem Container habe er zudem "unzählige Kisten mit Ausstellungsstücken" eingelagert, unter anderem aus dem Nachlass von Leo Weichbrodt, dem Initiator des mittlerweile geschlossenen Deutschen Boxmuseums auf der Insel Rügen.

Einige davon und Teile seiner ganz persönlichen Sammlung möchte der Boxtrainer künftig in Dierstorf-Heide der Öffentlichkeit präsentieren - im ehemaligen Wohnhaus von Max Schmeling. "Spätestens zu Schmelings zehntem Todestag am 2. Februar 2015 steht mit meiner Hilfe dort ein brauchbares Museum, das die Besucher an den Boxsport im Allgemeinen und an Boxlegenden im Besonderen erinnert", verspricht Suttner.

Dafür braucht er nicht viel: 100 Quadratmeter freie Fläche, ein paar weiße Wände und beleuchtete Vitrinen seien ausreichend. Dass es sich bei dem Haus um ein altes, baufälliges Gebäude handelt, sei ihm bewusst. "Meine Mitarbeiterin hat sich das Gebäude für mich angeschaut, Fotos gemacht und mich ausführlich über den Zustand informiert. Mir ist klar, dass es einiges zu tun gibt. Aber in Kenntnis aller Umstände denke ich trotzdem, dass es machbar wäre, in Dierstorf einen Anziehungspunkt für Boxsportinteressierte zu etablieren."

Damit es keine Probleme mit der Max-Schmeling-Stiftung gibt, die alle Persönlichkeitsrechte hält, kann sich Suttner auch ein Museum ganz ohne Max Schmeling im Namen vorstellen. "Dann nennen wir es eben Kleines Deutsches Boxmuseum, das in einem Haus eingerichtet ist, in dem zufällig Max Schmeling gewohnt hat", sagt er. Kommerzielle Interessen verfolge er mit seiner Kaufabsicht nicht.

Es gehe ihm vielmehr darum, die Erfolge und Leistungen von Sportler-Größen wie eben Max Schmeling lebendig zu halten. "Ich bin kein verkappter Spekulant. Ich bestehe auch nicht nur aus Ehrenamt, sondern verdiene gern Geld. Aber in diesem Fall will ich einfach Erinnerungen lebendig halten. Ich möchte den Menschen vermitteln, dass der Boxsport Kultur und Tradition hat - und nicht erst mit Henry Maske begann."

Seine Idee hat der 61-Jährige mittlerweile auch Wenzendorfs Bürgermeister Manfred Cohrs mitgeteilt. Der ist allerdings skeptisch: "Ein paar Vitrinen aufstellen, ein paar Bilder aufhängen und fertig? Ich glaube, dass ein Museum heute so nicht mehr funktionieren kann. Ein Museum lebt von wechselnden Ausstellungen und Veranstaltungen", sagt der Wenzendorfer. "Und eigentlich hatten wir das Thema ja schon vor langer Zeit als nicht realisierbar abgehakt."

Ein ungutes Gefühl habe er auch bei der Finanzierung. "Mir gegenüber hat Herr Suttner nämlich geäußert, dass er an einem Kauf gar nicht interessiert ist - höchstens zu einem symbolischen Preis. Aber wir haben nichts zu verschenken", sagt der Bürgermeister. Neuen Vorschlägen stehe er zwar grundsätzlich immer offen gegenüber. Dass Suttner sein Vorhaben aber tatsächlich in die Tat umsetze, zweifelt Cohrs an. "Wissen Sie, ich hatte in den vergangenen Jahren so viele Leute mit guten Ideen am Telefon. Aber letztendlich kam nichts dabei heraus."

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