Winterhude Anwohner bekommen Haltestelle vor die Terrasse gesetzt

Um die Bushaltestelle Goldbekplatz am Moorfurthweg ist ein heftiger Streit entbrannt. Anwohner klagen über "unerträgliche Situation".

Hamburg. In Winterhude ist zwischen Anwohnern des Moorfurthwegs und dem Bezirksamt ein heftiger Streit um die Verlegung einer Bushaltestelle entbrannt. Im Zuge der Busbeschleunigung wurde die Haltestelle Goldbekplatz ausgebaut, um sie für Doppelgelenkbusse erreichbar zu machen. Doch damit nicht genug: Für Ärger sorgt nun vor allem der neu errichtete Unterstand der Haltestelle.

Dieser stand bisher vor den Mehrfamilienhäusern am Moorfuhrtweg 2, wurde vor einigen Wochen aber versetzt und direkt vor der Eingangstreppe am Moorfurthweg 4 wieder aufgestellt – unter einem Sturm der Empörung bei den betroffenen Anwohnern. Sie beklagen, dass eine "völlig intakte Haltestellen-Situation" durch die Umbaumaßnahmen "unerträglich" geworden sei. Ihr Vorwurf: Dort, wo der Unterstand zuvor platziert war, störte er niemanden, da der Hauseingang zur Nummer 2 am hinteren Teil des Gebäudes lag und die Anwohner durch die Haltestelle vor ihrer Haustür in keiner Weise eingeschränkt waren.

Mit einem Info-Schreiben an die Bewohner hatte die Stadt den Ausbau einer Busbeschleunigungsspur am Moorfurthweg angekündigt, die Umplatzierung des Unterstandes aber nicht erwähnt. Umso mehr wunderten sich die Eigentümer der Erdgeschoss-Wohnung an der Hausnummer 4, als die Haltestelle plötzlich nicht nur direkt vor ihrer Eingangstür auftauchte, sondern auch in direkter Nähe zu ihrer Terrasse. Dort sei es mittlerweile beschwerlich, mit Kinder- oder Gehwagen von der Eingangstreppe auf den Fußweg zu gelangen. Da zudem ein Abfalleimer an der Haltestelle fehle, sei der Eingangsbereich inklusive Pflanzenkübel und anliegender Terrasse völlig zugemüllt.

Während die Anwohner einen Rückbau des Unterstandes fordern, verteidigt das Bezirksamt die Aktion. "Vor dem Umbau befand sich der Fahrgastunterstand abseits der zentralen Wartezone der Haltestelle", schreibt die Stadt in einer Erklärung. Von dem Unterstand bis zur Einstiegszone des Busses sei es ein "relativ weiter Weg" gewesen, vor allem für Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Nun sind Unterstand und Haltepunkt des Busses dichter zusammengerückt.

Mittlerweile hat sich auch Bezirksamtsleiter Harald Rösler eingeschaltet. Er will sich die Situation an der Haltestelle Goldbekplatz demnächst vor Ort selbst anschauen – Ausgang ungewiss.