27.01.13

Hamburg-Mitte

Lärmstreit über Disko-Fische im "Privileg"

Tierschützer fordern, dass die Club-Betreiber das Aquarium abbauen sollen. Lärm sei Stressfaktor für Fische. Veterinäramt prüft den Fall.

Foto: dpa
Petzea rudds
Dürfen Auqarien in Clubs stehen? Tierschützer fürchten um die passenden Lebensbedingungen für Fische

Hamburg. Eine leichtes Rauschen und ab und zu mal ein Gluck, Gluck, Gluck. So ungefähr stellt man sich wohl die Geräuschkulisse in einem Aquarium vor. Aber was passiert, wenn das Aquarium nicht im heimischen Wohnzimmer steht, sondern in einer Bar? Wie zum Beispiel im "Privileg" an der Mönckebergstraße. Darüber, ob das ein geeigneter Standort und damit ein passender Lebensraum für Fische ist, streiten jetzt Tierschützer von Peta und die Barbetreiber.

Zum ersten Mal seit gut 15 Jahren ist solch eine Auseinandersetzung entbrannt - so lange steht das Aquarium schon im Eingangsbereich des Nobelclubs. Etwa 500 Fische leben in dem nach eigenen Worten "größten Privataquarium" Europas. In einem Schreiben an die Inhaber des "Privileg" schreiben die Tierschützer: "Wir erhielten Hinweise und Beschwerden von Ihren Gästen, die sich um das Wohlbefinden der Fische sorgen. In der Tat ist es für Fische ein großer Stressfaktor, nicht nur in einem Aquarium eingesperrt zu sein, sondern auch der sehr lauten Musik, dem gestörten Tag- und Nachtrhythmus, dem Besucherstrom und den an die Scheiben klopfenden Gästen schutzlos ausgeliefert zu sein." Gerade tropische Fische seien sehr lärmempfindlich. Parallel dazu hat die Tierschutzorganisation beim Veterinäramt Anzeige erstattet.

Die Betreiber des "Privileg" weisen die Vorwürfe zurück. Zum einen befinde sich das Aquarium nicht im Mittelpunkt der Diskothek sondern im Eingangsbereich. "Wegen der extrem massiven Bauweise und des freien Stahlbetonsockels, der das Übertragen von Schwingungen verhindert, findet eine Schallübertragung nicht nennenswert statt", sagt Inhaber Daniel van Cleef. Zudem werde das Becken seit Anbeginn von einem promovierten Meeresbiologen betreut; die Fischpopulation vermehre sich außerdem überdurchschnittlich gut: "Bis auf sechs Tiere sind alle aus der Hamburger Nachzucht. Von quälenden Transportwegen und Fangmethoden kann also nicht die Rede sein, zumal wir keine Tropenfische halten", so van Cleef weiter.

Zu einem gemeinsamen Treffen zwischen den Tierschützern und Bar-Betreibern ist es bisher nicht gekommen. Das zuständige Veterinäramt prüft derzeit, ob Handlungsbedarf besteht. Laut Angaben des Bezirksamtes-Mitte werde es aber noch einige Zeit dauern, bis die Experten zu einem Ergebnis kommen.

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