26.11.12

Wilhelmsburg

Amt für Grundsicherung und Soziales zieht um

Die Wilhelmsburger Dienststelle zieht Anfang kommenden Jahres an die Kurt-Schumacher-Allee. Für Senioren werden Hausbesuche angeboten.

Foto: Susanne Hüners
Noch gibt es die Dienststelle des Amtes am Wilhelmsburger Rathaus in der Mengestraße
Noch gibt es die Dienststelle des Amtes am Wilhelmsburger Rathaus in der Mengestraße

Hamburg. Ältere Menschen, die in Wilhelmsburg den ohnedies schweren Weg zum Amt für Grundsicherung und Soziales gehen müssen, werden es zukünftig noch schwerer haben. Die Wilhelmsburger Dienststelle wird in den ersten Wochen des neuen Jahres ihre Türen im Rathaus an der Mengestraße 19 schließen und an die Kurt-Schumacher-Allee 4 ziehen. Grund sei vor allem der Raumbedarf des Jobcenters ARGE und die geringe Größe der Wilhelmsburger Dienststelle, so Sorina Weiland, Sprecherin des Bezirks Hamburg-Mitte.

"Da die Wilhelmsburger Dienststelle recht klein ist, und die Räume zudem vom Jobcenter der ARGE benötigt werden, war der Umzug in eine zentrale Einrichtung die beste Lösung", so die Sprecherin. Betroffen wären von dem Umzug rund 1.500 Menschen, die hier betreut wurden. Sie müssen nun zwangsläufig einen Sprung über die Elbe machen, wenn sie finanzielle Hilfe oder Beratung benötigen. Die neue Dienststelle an der Kurt-Schumacher-Allee 4 liegt vom jetzigen Wilhelmsburger Standort rund zehn Kilometer entfernt, der persönliche Fahrplan des HVV berechnet für Menschen mit langsamer Gehgeschwindigkeit etwa 40 Minuten Fahrtzeit vom S-Bahnhof Wilhelmsburg aus - mit einem Mal umsteigen.

Für das Bezirksamt Mitte hat die Dienststelle an der Kurt-Schumacher-Allee aber immer noch eine relativ verkehrsgünstige Lage. "Und viele Anliegen lassen sich auch telefonisch oder schriftlich lösen", sagt Sprecherin Weiland. "Außerdem gibt es für Senioren auch die Möglichkeit von Hausbesuchen, darüber hinaus ist geplant, eine Vor-Ort-Beratung mit einigen Stunden Öffnungszeit pro Woche einzurichten". Nach den Räumlichkeiten werde allerdings im Moment noch gesucht.

Für Klaus Lücke von der SPD vor Ort ist der Umzug der Dienststelle "eine unschöne Situation, aber unvermeidbar". Das Bezirksamt, so seine Ansicht, suche händeringend nach Möglichkeiten, Gelder einzusparen, möglichst ohne Personal zu entlassen. Und da seien die Wilhelmsburger noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen. Schlimmer wäre es gewesen, wenn womöglich das Jobcenter den Standort wegen Raumknappheit verlassen hätte.

(hue)
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