09.11.11

Dammtorstraße

Große Oper am neuen Boulevard

Sie soll die nachgefragteste Straße der Stadt werden: Der neue Opernboulevard bekommt breite Laufwege und ein hochwertiges Angebot.

Von Matthias Rebaschus
Foto: On3 Studio/Otto Wulff BID-Gesellschaft
So soll Hamburgs neuer Prachtboulevard aussehen
So soll Hamburgs neuer Prachtboulevard aussehen

Neustadt. Eine altehrwürdige Straße ändert ihren Charakter, ihren Namen und ihre Bedeutung: Aus der Dammtorstraße wird der "Opernboulevard am Dammtor" . Auf diesen Namen haben sich die Behörden geeinigt und legen ihn nun dem Senat zur Entscheidung vor.

Statt Dauerbaustelle, grauer, enger Fußwege und Billiganbietern soll die Dammtorstraße im Jahr 2013 die Vorzeigestraße der Hansestadt werden. Mit Luxusgeschäften, exklusiven Restaurants und üppiger Außengastronomie könnte der Boulevard Edeladressen wie den Neuen Wall oder die Hohen Bleichen in den Schatten stellen. Das prophezeien Eigentümer, Projektentwickler und Geschäftsleute. "Die Straße wird komplett ihren Charakter ändern", sagt Christoph Ringleben von der Immobilienfirma Grossmann und Berger. "Sie wird zum Magneten für Hamburg werden, zur nachgefragtesten Straße der Stadt." Die Experten erwarten Geschäftsmieten, die bis 100 Euro pro Quadratmeter gehen. Heute sind rund 30 Euro üblich.

Über kein Bauprojekt in Hamburg wird so geschwärmt. "Die Innenstadt wird wachgeküsst; der Opernboulevard wird zum Entree der Stadt: Die Straße wird zur Bühne für Kultur und Geschäfte", sagt Sebastian Binger, Sprecher des Business Improvement Districts (BID), eines Zusammenschlusses von Geschäftsleuten, Eigentümern und der Staatsoper. Die Oper ist nicht nur Namensgeber des Boulevards, sondern sie steht auf vielfache Weise im Mittelpunkt. Denn gegenüber dem denkmalgeschützten 50er-Jahre-Bau der Oper (Oberbaudirektor Jörn Walter: "Ein Edelstein") entsteht ein kleiner, zwölf Meter breiter Platz mit Cafés und einem sonnigen Blick. "Wichtig ist die Nord-Süd-Ausrichtung der Straße", sagt Jean Jaques de Chapeaurouge vom BID-Vorstand. "Denn nur so hat die Gastronomie auf der Straße ausreichend Licht und Sonnenschein." Die Staatsoper wird auch strategisch der Dreh- und Angelpunkt, denn die BID-Macher haben eine Fußgängerampel finanziert, die von den jährlich 400 000 Besuchern der Staatsoper so sehnsüchtig erwartet wird.

+++ Das wird Hamburgs neue Flaniermeile +++

Zu den weiteren Attraktionen zählt die Kleine Theaterstraße direkt neben der Oper, in der sich die im BID vertretenen Eigentümer eine kleine Theaterbühne vorstellen können. "Diese enge Straße mit drei Zugängen könnte eine Art Mini-Soho werden", sagt Chapeaurouge. Geplant sind auch Konzerte der Oper zur Mittagszeit im Metropolishaus. Motor der Operninitiative ist deren geschäftsführender Direktor, Detlev Meierjohann, der froh ist, dass "das Leiden nach 50 Jahren endlich ein Ende hat".

Der erste Bauabschnitt ist fast beendet. Ende November verschwinden die Bagger vor der alten Oberpostdirektion. Ende März 2012 starten nach Mitteilung von Sebastian Binger die Arbeiten an zehn Bauabschnitten, die alle eng miteinander verzahnt sind. Und Ende 2012 soll die erste Straße, die in Hamburg den Namen Boulevard trägt, dann fertig sein. "Mit dem Namen Opernboulevard verbinden sich die Funktion und der Ort", sagt Jean Jaques de Chapeaurouge. Das sei ganz wichtig, denn "alle Weltstädte haben das". Der neue Name wurde mit den Initiatoren, der Kultursenatorin Barbara Kisseler, Bezirkspolitikern und dem Bezirksamt Mitte abgesprochen. Im Gespräch waren auch "Dammtor-Boulevard" und "Rolf-Liebermann-Straße".

Markus Schreiber (SPD), Amtschef im Bezirk Mitte, sagt: "Ich halte diesen Namen für einen guten Kompromiss, der die Oper in den Mittelpunkt stellt und an den ursprünglichen Namen erinnert." Der Name Boulevard sei passend, weil mit den neuen, breiten Gehwegen und dem zentralen Platz vor der Staatsoper tatsächlich eine einmalige Situation geschaffen werde. Schreiber: "Weiterhin werten die vielen neuen, beziehungsweise renovierten Häuser die westliche Innenstadt deutlich auf." Einzigartig sei die Straße auch, weil sie von neun- bis zehnstöckigen Stadthäusern gesäumt werde. "Das gibt es sonst in dieser Dichte nicht in Hamburg", sagt Chapeaurouge. Fünf der Häuser stehen unter Denkmalschutz. Darunter die von Fritz Schumacher stammende alte Schulbehörde links der Staatsoper. Der Rotklinkerbau wird für Büros umgebaut. Im Erdgeschoss werden die Arkaden wieder geöffnet. "Dort sollen Einzelhandel und ein hochwertiges Restaurant einziehen", sagt Einar Osterhage, Hamburger Niederlassungsleiter der Deutsche Immobilien Chancen (DIC), der Eigentümerin des Gebäudes, der ebenfalls überzeugt ist, dass der "Opernboulevard" zur Vorzeigestraße Hamburgs werden wird.

Auch die Eigentümer des Neubaus gegenüber der Oper sind voll des Lobes. Hier entsteht das "OpernPlaza" vom Traditionsunternehmen Aug. Prien. "Vor neun Jahren, als wir die Immobilie kauften, haben wir von einer solchen Entwicklung nur geträumt", sagt Frank Holst von Aug. Prien.

Für die Immobilienexperten von Grossmann und Berger, die seit Langem die Entwicklung des Quartiers begleiten, ist "der Lauf" wichtig. Damit wird die Bewegung der Fußgängerströme bezeichnet. "Mit dem Opernboulevard werden wir in der Innenstadt einen neuen Rundlauf erhalten", sagt Joachim Klasen von Grossmann und Berger. Der Rundlauf wird nach Meinung der Immobilienexperten über den Jungfernstieg, Gänsemarkt, Openboulevard, Esplanade und die Colonnaden führen.

Info: Opernboulevard am Dammtor

Das Bauprojekt "Opernboulevard" hat mehrere Bereiche. Die heruntergekommene Straße wird komplett neu gestaltet: mit einer Busspur, einer Fahrbahn ohne Schikane und extra Fahrspuren für Radfahrer. Auch die Oper erhält eine angemessene Vorfahrt für Autos. Zur Straße gehört ein Fußweg, der bis zu zehn Meter breit ist und mit einem hellen Pflaster zum Flanieren einladen soll.

In den Neu- oder Umbau von 14 Stadthäusern werden Hunderte Millionen Euro investiert. Es entstehen Büros, Einzelhandel und Restaurants. Den Wert der Gebäude beziffern Experten mit 500 Millionen Euro.

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