"Squirrel Crossing"

Zwei neue Schilder weisen in Hamburg auf Eichhörnchen hin

Eichhörnchenfan Artur Fischer-Meny

Foto: Hendrik Pflaumbaum

Eichhörnchenfan Artur Fischer-Meny

Die neuen Schilder am Venusberg sollen Autofahrer dazu bewegen, langsamer zu fahren und auf die Eichhörnchen zu achten.

Hamburg. Der Venusberg im Stadtteil Neustadt erinnert jetzt ein wenig an Australien oder Kanada, wo Schilder auf Kängurus, Koalas oder Elche hinweisen. Am Venusberg hängen nämlich jetzt zwei Schilder mit der Aufschrift: "Squirrel Crossing" - zu Deutsch: "Eichhörnchen queren".

Eichhörnchenfan Artur Fischer-Meny und Burkhardt Müller-Sönksen (FDP), Bezirksabgeordneter in Eimsbüttel, hängten die Schilder am Dienstag auf. Sie sollen Autofahrer dazu bewegen, langsamer zu fahren und auf die Eichhörnchen zu achten. "Schon im März und April haben wir zwei totgefahrene Eichhörnchen beerdigt. Das wollen wir helfen zu vermeiden", sagt Artur Fischer-Meny.

Zwölf Eichhörnchen hat Fischer-Meny im Park am Venusberg gezählt. Nicht zuletzt werden sie auch durch die "Nusstation" angelockt, die die Tiere mit Futter versorgt. Das führt zu regem Treiben, auch auf der Straße. "Mir ist wichtig, dass die Eichhörnchen sich sicher durch unsere Stadt bewegen können. Die Schilder sollen ein Beitrag dazu sein", sagt Müller Sönksen.

Auch wenn die beiden Eichhörnchenfans recht genau über die Situation am Venusberg Bescheid wissen, herrscht im Hamburg weitgehend Unklarheit über die Nagerpopulationen. "Eichhörnchen sind in Hamburg noch nie flächendeckend gezählt oder kartiert worden, sie sind aber in ganz Hamburg verbreitet", teilte die Umweltbehörde auf Anfrage mit. In den gehölzreichen Bereichen mit Parks oder Wäldern und auch im innerstädtischen Bereich seien sie allerdings zahlreicher als zum Beispiel in den überwiegend landwirtschaftlich genutzten Vier- und Marschlanden. Die Gefahr der Verdrängung durch größere Grauhörnchen, wie zum Beispiel in Großbritannien, besteht zur Zeit in ganz Deutschland nicht. "Eine Zuwanderung nach Deutschland dürfte in den nächsten Jahrzehnten vermutlich über die Schweiz und Frankreich erfolgen", heißt es aber von der Umweltbehörde.

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