"Festival der Liebe" Hossa! Der Schlagermove als "Karneval im Norden"

Beim 17. Schlagermove feierten in Hamburg etwa 350 000 Besucher mit schrillen Kostümen und ausgelassener Stimmung eine kunterbunte Party. Zwischenfälle gab es beim "Festival der Liebe" kaum.

Hamburg. Grüne Glitzer-Plateauschuhe an Männerfüßen, Kleider in Knallbonbonfarben und Lametta-Perücken: Für den 17. Schlagermove haben die rund 350 000 Besucher wieder tief in die Kostümkiste gegriffen. Die kunterbunten Outfits und die geschmückten Musik-Trucks verwandelten den Hamburger Stadtteil St. Pauli am Samstagnachmittag in eine schrille Partyzone.

Schlager-Hits wie "Ti Amo", "Griechischer Wein" und "Du kannst nicht immer 17 sein" heizten der Menge ordentlich ein. Das bunt gemischte Publikum jubelte den Trucks zu, tanzte auf den Straßen, klatschte sich gegenseitig ab und nahm sich in die Arme.

Und nicht nur die Besucher genossen die ausgelassene Stimmung: Auch prominente Schlager-Stars gaben sich die Ehre. So kamen unter anderem Antonia aus Tirol, die auf dem Kiez mit einem Live-Auftritt begeisterte, und Costa Cordalis mit seinem Sohn Lucas.

Cordalis hat erst kürzlich eine Bandscheibenoperation überstanden und freute sich auf seinen Auftritt. "Ich bin wieder richtig fit", sagte der 69-Jährige. Er fuhr mit seinem Sohn auf einem Musik-Truck mit, winkte seinen Fans und verteilte Luftküsse.

Die meisten Fans waren jedoch nicht wegen der Stars da. "Mich interessieren die Leute, die immer hier sind", sagte Schlager-Fan Karsten aus dem Hamburger Stadtteil Barmbek-Nord. Er sei immer dabei. "Zweimal im Jahr gibt es ein Highlight: einmal Malle und einmal Schlagermove."

Doch nicht nur Hamburger sind zum Schlagermove nach St. Pauli gekommen. Auch aus anderen Teilen Deutschlands und sogar dem Ausland zog es Feierlustige in die Hansestadt. So kamen Sabine Wolfram und ihre Freundinnen schon zum fünften Mal aus der Oberpfalz, um gemeinsam zu feiern. "Es ist einfach ein super Fest."

Auch Maren Feldmann aus Verden ist mit zwei Freundinnen und einem Hamburger Freund auf der Reeperbahn unterwegs. Der Grund für ihr Kommen: "Wir haben Bock, uns zu verkleiden!" Für die 24-Jährige war es der erste Schlager-Umzug.

Ein besonderes Kompliment attestierte die 40-jährige Silvi dem Fest. "Es ist ein bisschen wie der Kölner Karneval im Norden", sagte die Ex-Kölnerin.

Auch das Wetter spielte beim diesjährigen Schlagermove mit. Zunächst war es zwar nur wechselhaft, am Nachmittag zeigte sich dann aber doch noch die Sonne. "Petrus ist doch Schlager-Fan", freute sich der Sprecher der Veranstalter, Axel Annink.

Am Nachmittag kamen auch noch mehr Besucher: Auf etwa 350 000 Feierlustige schätzten Polizei und Veranstalter die Party-Menge. Größere Zwischenfälle gab es indes nicht. "Alles ruhig, alles gut", hieß es von der Polizei.

Die Veranstalter zeigten sich am Abend mit dem Schlagermove sehr zufrieden. "Es lief alles sehr rund für uns", sagte Annink. "Es wurde friedlich, fröhlich, ausgelassen gefeiert."

Der Schlagermove hat in Hamburg inzwischen Tradition. Das ändert sich auch 2014 nicht. Kommendes Jahr findet das "Festival der Liebe" am 27. und 28. Juni statt. Dann heißt es wieder: "Hossa, Hossa, Hossa!".