27.02.13

Urteil

Ex-Besitzer des Hotels Keese sitzt im Gefängnis

Ein Streit zwischen zwei Clans aus dem Kosovo hatte im Café "Fünf" mit dem Tod eines 44-Jährigen geendet. Vor Gericht wurden jetzt die Hintergründe klar und die Täter zu langen Strafen verurteilt.

Foto: dpa

Zwei von vier wegen gemeinschaftlichen Mordes Angeklagten (2. und 3.v.l) warten im Landgericht neben ihren Anwälten auf das Urteil
Zwei von vier wegen gemeinschaftlichen Mordes Angeklagten (2. und 3.v.l) warten im Landgericht neben ihren Anwälten auf das Urteil

Hamburg. Im Mord an dem Bauunternehmer Xhevdat H. (44) im Café fünf in der Hein-Hoyer-Straße war trauriger Höhepunkt eines Streits, der zwischen zwei Clans aus dem Kosovo auf St. Pauli ausgetragen wurde.

Auftraggeber war offenbar war Rama L., Ex-Besitzer des "Hotels Café Keese". Nach der Aussage seines Neffen Asllan D. (28) sitzt der Hotelbesitzer jetzt wegen "Anstiftung zum Mord" in Untersuchungshaft. Kreshnik L. (24), Sohn des Auftraggebers, und Asllan D. wurden gestern vom Landgericht wegen "Heimtückemordes" verurteilt. Kreshnik L. erhielt eine lebenslange Freiheitsstrafe. Asllan D. muss elf Jahre lang ins Gefängnis.

Am 5. April hatten die Mörder mit ihren angeheuerten Helfern Arben P. (37) und Kastriot B. (33) das Café überfallen. Xhevdat H. saß in einer Ecke des Lokals. Sofort stach Kreshnik L. auf ihn ein. Sein Jagdmesser traf die Lunge des Opfers. Fast gleichzeitig schlug Asslan D. dem Bauunternehmer mit einem Meißel auf den Kopf. Um den Rückzug zu sichern, schoss einer der Mittäter auf die Gäste. Die Kugel traf Nazilije H. (33), die Schwester des Ermordeten, in den Arm.

Die Hintergründe der Tat blieben lange im Dunkeln, bis Asslan D. eine umfangreiche Erklärung abgab. Danach waren die Familien von Xhevdat H. und von Rama L. früher eng befreundet. Das änderte sich, nachdem die Firma von Xhevdat H. Sanierungsarbeiten an einem der Hotels von Rama L. durchgeführt hatte. Der Hotelbesitzer war nicht zufrieden. Am 2. März vergangenen Jahres kam es zu einer Schlägerei zwischen Mitgliedern beider Familien. Rama L. wurde erheblich verletzt.

Nach dem Racheakt im "Café fünf" flüchteten die Täter ins "Café Keese". Dort wurden sie vier Stunden später von der Polizei festgenommen. Asllan D. hatte aus "Dankbarkeit" an dem Rachefeldzug teilnehmen müssen. Sein Onkel hatte ihm Unterkunft und Arbeit gegeben, obwohl er weder eine Aufenthalts- noch eine Arbeitsgenehmigung hatte. Arben P. und Kastriot B. wurden zu jeweils sieben Jahren Gefängnis verurteilt.

(je)
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