26.02.13

Hamburg

Streiks im öffentlichen Dienst haben begonnen

Nebeneffekt für Autofahrer: Auch Knöllchenschreiber legen heute ihre Arbeit nieder. Weitere Streiks sind für den 4. und 7. März angekündigt.

Foto: dpa
Warnstreiks im öffentlichen Dienst
Warnstreiks im Öffentlichen Dienst

Hamburg. In Hamburg haben am Dienstagmorgen Angestellte in öffentlichen Einrichtungen die Arbeit niedergelegt. Darunter war nach Gewerkschaftsangaben auch das Veterinär- und Einfuhramt. Die Mitarbeiter nehmen dort normalerweise Proben von Lebens- und Futtermitteln, die über den Hamburger Hafen kommen. "Wir wollen den Arbeitgebern deutlich machen, dass sie sich bewegen müssen", sagte der Verdi-Landesbezirksleiter Wolfgang Abel. Sonst werde es bald "richtig zur Sache gehen". Die Angestellten fordern ein Gehaltsplus von 6,5 Prozent.

Nebeneffekt für die Autofahrer in Hamburg: Auch die Angestellten der Polizei und die Mitarbeiter des Behördlichen Ordnungsdienstes (BOD) sind zum Streik aufgerufen. Damit dürften viele "Knöllchen", die an dem Tag sonst an Falschparker verteilt worden wären, nicht geschrieben werden. Weitere Streiks sind für den 4. und 7. März angekündigt.

"Wir haben in vielen Abteilungen der Verwaltung angestellte Mitarbeiter", sagt Beatrice Göhring vom Bezirksamt Harburg. "Wenn sie streiken, wird das auch Auswirkungen auf den Publikumsverkehr haben." So wie in Harburg wird es auch in allen anderen Bezirksämtern, bei der Kfz-Zulassungsstelle oder bei anderen Fachbehörden aussehen. Rund 27.000 Mitarbeiter der Stadt fallen in Hamburg unter den Tarifbereich der Länder. Bei der Hamburger Polizei sind es allein rund 1400 Angestellte, die zum Streik aufgerufen wurden. Neben den "Knöllchenschreibern", Mitarbeitern beim Erkennungsdienst oder Gefangenentransport sind es auch die Angestellten, die für die Bewachung sicherheitsrelevanter Einrichtungen wie dem amerikanischen Generalkonsulat an der Alster oder jüdischen Einrichtungen in Hamburg zuständig sind. "Wir sind natürlich vorbereitet", sagt der Sprecher der Hamburger Polizei, Mirko Streiber. Polizisten sollen die streikenden Angestellten ersetzen. Einen Vorgeschmack auf die Streikauswirkungen gab es am Montag. Die 1700 Beschäftigten von Dataport, dem Dienstleister für Informations- und Kommunikationstechnik der Stadt, streikten. Viele Mahnbescheide der Stadt wurden nicht verschickt.

(zv/dpa)
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