22.02.13

Kriminalität

Schon 15 Tötungsdelikte in Hamburg in diesem Jahr

Im Durchschnitt bearbeiten die 600 Kräfte der Staatsanwaltschaft etwa 80 Tötungsdelikte. Jetzt wurde neue Spezialabteilung eingerichtet.

Foto: Ingo Röhrbein
Von Selle
Generalstaatsanwalt Lutz von Selle

Neustadt Knapp 140000 Ermittlungsverfahren bearbeiten die etwa 600 Mitarbeiter der Hamburger Staatsanwaltschaft jedes Jahr, darunter auch ungefähr 80 Tötungsdelikte.

Allein in diesem Jahr mussten bereits in 15 Fällen Ermittlungen aufgenommen werden, weil ein Mensch getötet wurde. Mit dem Ziel, diese und andere Kapitaldelikte effizienter zu bearbeiten, hat die Staatsanwaltschaft eine Spezialabteilung für Tötungsdelikte eingerichtet. Wie Oberstaatsanwältin Nana Frombach, Sprecherin der Behörde, erklärte, habe die "Abteilung KAP" (Abteilung für Kapitaldelikte) ihre Arbeit bereits Anfang dieses Jahres aufgenommen.

Liefen Tötungsdelikte früher in einer der fünf allgemeinen Abteilungen der Staatsanwaltschaft auf, in denen jeweils die gesamte Palette an Straftaten bearbeitet wurden, sollen zukünftig fünf feste Dezernenten für Kapitaldelikte zuständig sein. Ausgewählt wurden Staatsanwälte, die bereits in der Vergangenheit Tötungsdelikte bearbeitet haben und Erfahrung in diesem Deliktsfeld vorweisen können, sagte Frombach. Eine der Neuerungen: Die Staatsanwälte sollen bei den Ermittlungen immer auch vor Ort sein und die Arbeit der Mordkommission begleiten. Dies sei in der Vergangenheit nicht so gewesen, sagt Frombach.

"Mit der Neuausrichtung wollen wir unsere Ermittlungsergebnisse weiter verbessern. Durch die zentrale Bearbeitung gewährleisten wir, dass die Ermittlungsmaßnahmen bei Tötungsdelikten von besonders erfahrenen Staatsanwältinnen und Staatsanwälten getroffen werden", sagte Generalstaatsanwalt Lutz von Selle, Chef der Staatsanwaltschaft. "Sie ermitteln bereits sehr früh, möglichst schon am Tatort - mit der Mordkommission zusammen." So hätten die Staatsanwälte in den vergangenen beiden Monaten die Ermittlungen bereits bei zwölf der 15 Tötungsdelikte vor Ort begleitet.

Auch Justizsenatorin Jana Schiedek begrüßt die Umstrukturierung: "Sie ist gut für die Strafverfolgung in Hamburg. Mit der neu eingerichteten Abteilung verbessern wir die Zusammenarbeit zwischen der Staatsanwaltschaft und der Mordkommission des Landeskriminalamtes. Es gibt feste Ansprechpartner. Durch die Spezialisierung können wir auch den besonderen Herausforderungen bei der Ermittlung in Tötungsdelikten Rechnung tragen."

(dfe)
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