Schule CDU fordert mehr Vertretungslehrer in Hamburg

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An Hamburger Schulen sind in zwei Monaten 25.746 Stunden ersatzlos ausgefallen. Die Problematik der Schulen soll nun analysiert werden.

Hamburg. Die Zahl der Unterrichtsstunden, die an den Schulen ausfallen, steht fest. Nun geht es darum, die Ursachen dafür zu finden, warum innerhalb von zwei Monaten 25.746 Stunden ersatzlos ausgefallen sind. Vor allem versucht die Schulbehörde zu analysieren, warum der Vertretungsunterricht an Grundschulen besser läuft als an Gymnasien und Stadtteilschulen.

Wie berichtet, müssen seit Anfang November alle 347 allgemeinen Schulen wöchentlich die Zahl der gegebenen, der vertretenen und der ausgefallenen Unterrichtsstunden für jede Klassenstufe an die Schulbehörde melden. Ergebnis: In den Klassen acht bis 12 der Gymnasien waren zum Beispiel mehr als drei Prozent des Unterrichts ausgefallen, an den Grundschulen höchstens 0,11 Prozent. "Wir müssen jetzt untersuchen, ob die Schulen ihre Vertretungslehrer richtig einsetzen", so Peter Albrecht, Sprecher der Schulbehörde.

"Schulsenator Ties Rabe darf nicht nur Ausfallstunden zählen, sondern muss etwas dagegen unternehmen", sagt Anna von Treuenfels, bildungspolitische Sprecherin der FDP-Bürgerschaftsfraktion. Das Ergebnis sei "desaströs". Eine Möglichkeit, das Problem anzugehen, sieht Lars Holster (SPD) darin, die Gelder für Vertretungen gezielter einzusetzen und beispielsweise zusätzliche Kollegen einzustellen, die in Doppelbesetzung unterrichten und bei Bedarf Vertretungen übernehmen.

Dafür bedürfe es mehr Vertretungsmittel für Unterrichtsausfall, sagt Robert Heinemann (CDU). Die 24,1 Millionen Euro reichten nicht aus. "Warum sind Beamte häufiger krank als Angestellte? Warum wird das Lehrerarbeitszeitmodell nicht endlich überarbeitet?", fragt Stefanie von Berg (Grüne). "Die Lehrer arbeiten alle am Limit", kritisiert Dora Heyenn (Linke).

Rainer Hencke, Schulleiter des Gymnasiums Grootmoor in Bramfeld, befürchtet allerdings, dass durch die Art der Erfassung "ein schiefes Bild" entstehe. "Es werden von den Kollegen viele Dinge gemacht, die gegen gerechnet werden müssen", sagte Hencke, der zugleich im Vorstand der Vereinigung der Leiter Hamburger Gymnasien ist. Wenn ein Lehrer Schüler bei einer Klassenreise oder zu einem Wettbewerb begleite, finde dessen Unterricht während der Zeit nicht statt und werde als Ausfall gewertet. Angesichts eines Krankenstandes von 5,5 Prozent sei ein Stundenausfall zwischen zwei und drei Prozent an den Gymnasien "ein ausgesprochen geringer Wert". Anders als Grundschulen könnten weiterführende Schulen nicht Klassen zusammenlegen oder Doppelbesetzungen auflösen, weil es keine gebe.