06.02.13

Bluttat in Hamburg

Mit 59 Messerstichen Bruder ermordet - Mann vor Gericht

Der psychisch gestörte 28-Jährige brachte sein Opfer auf bestialische Weise um. Staatsanwalt: Täter ist Gefahr für die Allgemeinheit.

Foto: picture alliance
Die Statue der Justitia (Symbolfoto)
Die Statue der Justizia (Symbolbild)

Hamburg. Im Wahn stach er mit einem Messer auf seinen Bruder ein. 59 Mal trieb Adis O. das Messer in den Oberkörper und die Extremitäten seines Opfers - solange, bis der 20-Jährige verblutet war. Dann verständigte der Täter die Polizei. Seit Mittwoch steht Adis O., 28, deshalb vor dem Landgericht. Er muss sich wegen heimtückischen Mordes verantworten.

Warum der schmächtige, junge Mann seinen 20 Jahre alten Bruder auf so bestialische Weise ermordet hat, ist für die Angehörigen die alles entscheidende Frage – möglicherweise hatte die Bluttat einen religiösen Hintergrund, hieß es am Rande der Verhandlung.

Offenbar hatte der schwer gestörte Mann – er ist an paranoider Schizophrenie erkrankt - einen akuten psychotischen Schub erlitten, als er sich am Morgen des 10. August 2012 mit einem Klappmesser (neun Zentimeter Klingenlänge) in das Zimmer von Dino O. schlich. Mit ihm und seiner Mutter lebte Adis O. in einer Wohnung in Borgfelde. Laut Anklage hieb er zunächst drei Mal mit dem Messer durch die Decke auf den Oberkörper seines schlafenden Bruders ein. Als sich der 20-Jährige aufbäumte, stach der Täter wie von Sinnen zu. Dino O. starb noch in der Wohnung an einem Verblutungsschock und einer Luftembolie des Herzens.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Adis O. die Tat im Zustand der Schuldunfähigkeit beging und deshalb keine Einsicht in sein Handeln hatte. Sie will den 28-Jährigen dauerhaft in der Psychiatrie unterbringen lassen. Von ihm seien "erhebliche, rechtswidrige Taten" zu erwarten, sagte die Anklagevertreterin. Adis O. bleibe "eine Gefahr für die Allgemeinheit."

Die Schwester tritt als Nebenklägerin in dem Verfahren auf. Sie und ihre Mutter erhoffen sich Antworten auf die Frage, warum Adis O. seinen eigenen Bruder ermordete. Bisher hat sich der 28-Jährige zur Tat nicht geäußert. Nach Abendblatt-Informationen lehnt der zurzeit in der Psychiatrie untergebrachte Mann zudem eine medikamentöse Behandlung und therapeutische Gespräche ab.

Die aus Bosnien-Herzegowina stammende Familie war in Deutschland bestens integriert. Der Angeklagte arbeitete als Mediendesigner, sein Bruder studierte. Einen am Mittwoch von der Nebenklagevertreterin beantragten Ausschluss der Öffentlichkeit während der Hauptverhandlung lehnte der Angeklagte indes ab. Bis zum nächsten Prozesstermin am 26. Februar will die Kammer darüber entschieden haben, ob komplett oder abschnittsweise hinter verschlossenen Türen verhandelt wird.

(dah)
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