02.02.13

Tourismus

Beach-Club am Hamburger Hafen anzubieten

Welcher Bewerber den Zuschlag für die Fläche an den Landungsbrücken bekommt, entscheidet die Bezirksversammlung am Dienstag.

Von Ulrich Gaßdorf
Foto: Marcelo Hernandez
Südsee-Feeling am Hafen. Ein junges Paar entspannt im Hamburg del Mar
Südsee-Feeling am Hafen. Ein junges Paar entspannt im Hamburg del Mar

St. Pauli. Der Hafen ist ein Touristenmagnet zu jeder Jahreszeit. Zehntausende sind entlang der St. Pauli-Landungsbrücken täglich unterwegs. Wer hier eine Kneipe oder ein Restaurant betreibt, darf mit Rekordumsätzen rechnen.

Eine der 1-a-Lagen ist das obere Parkdeck bei den Landungsbrücken. Dort ist seit 2009 die Heimat der Beach-Clubs Hamburg del Mar und Hamburg City Beach Club (HCBC). Im Sommer entspannen hier täglich Tausende Sonnenhungrige bei kühlen Getränken mit Blick auf die Elbe.

Der Bezirk Mitte hat die Fläche jetzt wieder ausgeschrieben. Sie wird für fünf Jahre vergeben. Der Hauptausschuss der Bezirksversammlung Mitte entscheidet am Dienstag, wer den Zuschlag erhält. Die jährliche Pachtgebühr für die rund 3000 Quadratmeter plus Nebenflächen, soll nach Abendblatt-Informationen um die 100.000 Euro pro Jahr betragen.

Neben den Hamburg-del-Mar-Betreibern Harry Woltmann und Andreas Breuer, die dann ein Drittel der Fläche an den HCBC untervermieten würden, hat die Sonnendeck GmbH i.G. ein Konzept eingereicht. Die Hamburg-del-Mar-Macher betreiben den Beach-Club bereits seit neun Jahren. Vor dem Umzug an die Landungsbrücken war dieser zunächst an der Großen Elbstraße und später an der Van-der-Smissen-Straße beheimatet.

Die Mitbewerber haben bislang mit dieser Art von Gastronomie keine Erfahrung. Aber dafür große Pläne: "Ich suche schon lange nach einem attraktiven Standort auf St. Pauli. Den habe ich mit der Fläche an den Landungsbrücken jetzt gefunden", sagt Tobias P. Hallberg. Der 33-Jährige ist seit Jahren in der Gastronomie tätig und würde dort keinen "mondänen Beach-Club zum Sehen und Gesehenwerden realisieren, sondern eine Strandbar mit typisch norddeutschem Charakter und mit einer ausgeprägten stadtteilkulturellen Affinität." So sollen gemeinnützige Vereinigungen und Stadtteilinitiativen die Fläche nutzen können, um sich einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. So steht es in dem Konzept (liegt dem Abendblatt vor), mit dem sich Hallberg und sein Team an der Ausschreibung beteiligt haben. Auch solle das Sonnendeck "ein Treffpunkt für Jugendliche aus St. Pauli und anderen Stadtteilen werden", so Hallberg weiter. Außerdem setzt der Gastronom auf Familienfreundlichkeit inklusive Spielbereich und kleinem Kindertheater.

Aber natürlich muss auch das Sonnendeck Geld verdienen, und deshalb "würde es ein zwischen Föhr, St. Peter-Ording und Sylt angesiedeltes gastronomisches Angebot geben." Statt auf "Canapés und Palmen", setzt Hallberg auf "Labskaus und Strandkörbe".

Die Betreiber vom Hamburg del Mar setzen auf ihr altbewährtes Konzept. "Das ist in den vergangenen Jahren sehr gut angenommen worden", sagt Harry Woltmann. Der "künstliche Strand" habe sich zu einem Naherholungsort für Jung und Alt entwickelt. Für den Gastronomen, der mit seinem Geschäftspartner auch das Strandbad 28 in Wedel betreibt, ist wichtig: "Das Hamburg del Mar ist ein Markenzeichen für die Stadt geworden, wenn es um Beach-Club-Kultur geht. Aber wir sind keine Szene-Location, sondern bei uns sind alle willkommen", sagt Woltmann. Die Entscheidung erwartet er mit Spannung: "Die Betreiber des befreundeten HCBC und wir sind die Beach-Club-Pioniere in dieser Stadt. Natürlich hoffen wir auf den Zuschlag, denn wir haben hier viel investiert und wollen auch weiterhin an diesem einzigartigen Standort unser Konzept umsetzen."

Wie wichtig die Beach-Clubs für die Stadt sind, weiß Hamburg-Tourismus-Chef Dietrich von Albedyll zu berichten: "Die Beach-Clubs haben am Hafen einen idealen Standort. Für Touristen ist es eine Top-Location, hier kann man entspannen und das pulsierende Treiben auf der Elbe verfolgen. Das ist Hamburg pur."

Neben dem Hamburg del Mar und dem HCBC gibt es wenige Meter weiter auch noch den Strandpauli - ebenfalls auf einer städtischen Fläche angesiedelt. Eine Ausschreibung steht hier nicht an, es gibt einen langfristigen Mietvertrag mit der Stadt.

Die Politik im Bezirk hatte sich für eine Ausschreibung starkgemacht. "Ein solches transparentes Verfahren ist an diesem erstklassigen Standort notwendig", sagte SPD-Fraktionschef Falko Droßmann. Dem Politiker ist wichtig: "Der Bezirk braucht hier einen zuverlässigen Betreiber, der dafür geradesteht, dass langfristig an einem der Hotspots der Stadt eine anspruchsvolle Gastronomie für die Hamburger und Gäste aus aller Welt geboten wird." Für CDU-Fraktionschef Jörn Frommann steht fest: "Die Ausschreibung soll dazu dienen, dass dort künftig eine höherwertigere Gastronomie geboten wird." Es könne aber nicht sein, dass es durch das gewählte Ausschreibungsverfahren zu einer Verstetigung eines Provisoriums für weitere fünf Jahre durch die kalte Küche komme, so Frommann weiter.

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