Jugendschutz Bundesweit gibt es noch immer viele junge Komasäufer

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In Hamburg soll die Kampagne "bunt statt blau" gegen hohen Alkoholkonsum bei Kindern und Jugendlichen an 150 Schulen starten.

Hamburg. Das sogenannte Komasaufen bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland bleibt auf hohem Niveau. Insgesamt landeten 2011 mehr als 21.400 junge Leute wegen Alkoholtrinkens im Krankenhaus, wie der Sprecher der DAK-Gesundheit, Rüdiger Scharf, in Hamburg sagte – 1,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Das geht aus vorläufigen Zahlen der Statistischen Landesämter für neun Bundesländer hervor, die die Kasse zusammengestellt hat. Für Hamburg lagen zunächst keine Daten vor. Im Jahr 2010 waren in der Hansestadt 205 Jugendliche volltrunken in eine Klinik gekommen. Im Kampf gegen das Komasaufen startete die Kasse am Freitag auch in Hamburg ihre bundesweite Kampagne "bunt statt blau".

Der Plakatwettbewerb zur Alkoholprävention für Schüler zwischen 12 und 17 Jahren geht bereits in die vierte Runde. In Hamburg ist Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) Schirmherrin. Die DAK-Gesundheit hat in der Hansestadt mehr als 150 Schulen zum Mitmachen eingeladen, bundesweit sind es 11.000 Schulen.

"Bewusstes Rauschtrinken ist keine Spaßveranstaltung, die als Bagatelle abzutun wäre", erklärte Prüfer-Storcks. "Im Gegenteil, es ist in vielerlei Hinsicht gefährlich." Die Kampagne sei ein guter Anstoß, sich mit dem Thema Sucht auseinanderzusetzen – und das Bewusstsein für die eigene Gesundheit zu schulen. "Durch die Plakate können Jugendliche ihre Altersgenossen auf Augenhöhe ansprechen, das verleiht den Botschaften einen beträchtlichen Nachdruck."

Die vorläufigen Daten zum Komasaufen beziehen sich auf Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis unter 20 Jahren, die nach dem Trinken in einer Klinik behandelt werden mussten. Bisher liegen Zahlen für Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz sowie Sachsen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen vor. Während im Jahr 2011 im Westen mehr junge Leute als im Vorjahr bis zum Umfallen tranken, ging ihre Zahl in den meisten östlichen Bundesländern zurück. Die endgültigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes für alle 16 Bundesländer werden in wenigen Wochen erwartet