Hamburger Verkehr Die Führerschein-Fotogalerie - ein auslaufendes Modell

Führerscheine werden seit 19. Januar auf 15 Jahre Gültigkeit befristet. Anlass für Abendblatt.de, Norddeutschen in die Papiere zu gucken.

Alte Führerscheinfotos - oft sind es peinliche Zeitdokumente, die 18-Jährige in einer Phase größtmöglicher modischer Orientierungslosigkeit zeigen oder als Relikt aus der Wirtschaftswunderzeit aus vergessenen Zeiten grüßen.

Doch damit ist jetzt Schluss. Seit dem 19. Januar werden alle deutschen Führerscheine nur noch auf 15 Jahre Gültigkeit befristet. Grund ist eine neue EU-Richtlinie. Die Bilder der einem oft selbst fremden Vergangenheit sind nun nach spätestens 15 Jahren Geschichte.

Konkret bedeutet diese Änderung: Wer jetzt seinen Führerschein erhält oder aktualisieren lässt, muss ihn spätestens nach 15 Jahre neu beantragen. Für Heike Tehrani, 54, aus Schnelsen sei das nicht schlimm. "Ich weine dem alten Führerschein keine Träne nach".

Zumal für den neuen Lappen, der eigentlich eine Scheckkarte ist, keine neuen Prüfungen oder Gesundheitstests verlangt werden. Das Dokument muss, wie der Personalausweis oder der Reisepass auch, regelmäßig aktualisiert werden. Die Fahrerlaubnis an sich wird nicht befristet. In anderen europäischen Ländern ist diese deutsche Novität längst gängige Praxis.

Laut Angaben des Hamburger Landesbetriebs Verkehr kostet der Umtausch zunächst 24 Euro. Tendenziell wird es in den nächsten Jahren eher teurer.

Wie so oft ist eine EU-Richtlinie der Grund für die Reform. Mit ihr sollen 110 unterschiedliche Führerscheine in Europa vereinheitlicht werden. Das handliche Scheckkartenformat ist der angestrebte Standard. In anderen Ländern gilt der Führerschein als sicheres Ausweisdokument. Deshalb müssen nun auch in Deutschland Daten und Fotos auf ein Mindestmaß an Aktualität gebracht werden.

Die alten grauen oder rosafarbenen Papierscheine behalten dennoch ihre Gültigkeit, vorerst bis zum Jahr 2033.

Spätestens in 20 Jahren müssen alle Papiere durch eine moderne Plastikkarte ersetzt werden. Wer die Umtauschfrist verstreichen lässt oder mit einem veralteten Führerschein erwischt wird, muss mit einem Bußgeld rechnen. Anwärter für den Umtausch brauchen übrigens den Personalausweis, den bisherigen Führerschein - und ein aktuelles, neuerdings biometrisches Foto.