25.01.13

Hammerbrook

Arbeiter nutzen Obdachlosenheim als Schlafplatz

Sozialmissbrauch: Der Zoll entdeckte rund 30 Erwerbstätige, die in der Spaldingstraße übernachteten, obwohl sie nicht in echter Not sind.

Foto: Röhrbein ( ingo-roehrbein.de )/Roe
Obdachlosenunterkunft Spaldingstrasse
Die Obdachlosenunterkunft in der Spaldingstr. 1

Hamburg. Zoll und Hamburger Sozialbehörde haben bei mehreren Kontrollen in der Unterkunft des Winternotprogramms an der Spaldingstraße 30 Fälle von Sozialmissbrauch nachgewiesen.

Mehrfach trafen die Kontrolleure Personen an, die einer beruflichen Tätigkeit nachgingen und das Übernachtungshaus als kostenlose Schlafstätte nutzten. Die Stadt hat die Personen aufgefordert, sich eine gewerbliche Unterkunft zu suchen. "Wir weisen im Winternotprogramm – im Gegensatz zu anderen Städten - nach wie vor keine Obdachlosen ab, die in echter Not sind und einen Schlafplatz brauchen, um sich vor der Kälte zu schützen", sagt Sozialsenator Detlef Scheele. "Aber wenn jemand arbeitet und trotzdem einen Schlafplatz in der Spaldingstraße belegt, der eigentlich für einen mittellosen Obdachlosen gedacht ist, habe ich kein Verständnis dafür."

Seit Mitte Januar hatte der Zoll die Schlafstätte immer wieder aufgesucht – zuletzt am Freitagmorgen. Beim Verlassen der Unterkunft trafen sie immer wieder auf Personen, die direkt auf dem Weg zur Arbeit waren. Darunter waren beispielsweise acht Bulgaren, die eigenen Aussagen zufolge in Hamburg für eine Schweriner Firma tätig sind. Darüber hinaus gaben fünf Rumänen an, dass sie für einen Vermittler arbeiteten.

Die Sozialbehörde hat nach Aussage einer Sprecherin in Absprache mit dem Träger der Einrichtung in der Spaldingstraße "fördern und wohnen" vereinbart, dass sich alle vermeintlich mittelosen Übernachtungsgäste, umgehend eine gewerblichen Unterkunft zum Übernachten suchen müssen. Um ihnen dies zu erleichtern, händigten ihnen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Spaldingstraße eine Liste mit entsprechenden Adressen aus. Sie empfahlen den Erwerbstätigen laut Sozialbehörde außerdem, die Beratungsstelle für mobile europäische Arbeitnehmer im Besenbinderhof aufzusuchen, die sich für faire Arbeitsbedingungen und gegen Ausbeutung auf dem Hamburger Arbeitsmarkt einsetzt.

Hintergrund: Mit insgesamt rund 450 Plätzen finanziert der Senat in diesem Jahr das größte Winternotprogramm für Obdachlose, das es bisher in Hamburg gegeben hat. Auch im bundesweiten Vergleich ist diese Größe laut Sozialbehörde außergewöhnlich. Zwei Drittel der 230 Schlafplätze in der Spaldingstraße sind derzeit mit osteuropäischen Obdachlosen belegt – nur 18 Prozent der Übernachtungsgäste in der Spaldingstraße sind Hamburger Obdachlose. Wegen des stetig steigenden Anteils an osteuropäischen Obdachlosen hat die Sozialbehörde bereits im Winter 2011/12 eine Anlaufstelle für osteuropäische Obdachlose eingerichtet, die bundesweit einzigartig und das ganze Jahr über geöffnet ist. Außerdem hat Hamburg eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe initiiert, die sich mit der Armutswanderung aus Osteuropa befasst, um über die Europäische Union mehr Hilfen für die Menschen in ihren jeweiligen Heimatländern zu ermöglichen.

(jel)
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