16.01.13

Wohngemeinschaften

Studentin packt aus: So geht es in Hamburgs WGs zu

Dauerpartys und ein Huhn als Haustier - in vielen WGs regiert das Chaos. Hamburgerin Nina Ponath hat darüber ein Buch geschrieben.

Von Julia Janssen
Foto: pa/dpa-tmn
Der Rest vom Fest: Wer ständig Chaos in der WG hinterlässt, zieht schnell den Ärger seiner Mitbewohner auf sich
Der Rest vom Fest: Wer ständig Chaos in der WG hinterlässt, zieht schnell den Ärger seiner Mitbewohner auf sich

Hamburg. Mitbewohner, die sich im Flur in Jedi-Kostümen bekriegen, eine Schauspielstudentin, die nach einem Gestik/Mimik-Kurs mit den Mitgliedern ihrer Wohngemeinschaft (WG) plötzlich nur noch Patomime spricht, und ein Huhn als heimlich gehaltenes Haustier auf dem Balkon. Die Hamburgerin Nina Ponath (24) hat einige skurrile Dinge in ihrer WG-Zeit erlebt. In ihrem Buch "Wo im Kühlschrank Pilze wachsen" erzählt sie in 33 Geschichten, teils selbst, teils von Freunden und Bekannten erlebt, verrückte Szenen aus dem Alltag in einer WG - von merkwürdigen Mitbewohnern über unkonventionelle Untermieter bis zu wunderlichen Wohnkonzepten.

Insgesamt drei Jahre wohnte sie in drei verschiedenen Hamburger WGs. Dabei ärgerte sich Ponath über vermeintliche Kleinigkeiten, die dennoch schnell für Zündstoff sorgen können und wohl jedem WG-Bewohner bekannt vorkommen: Ständig ist das Toilettenpapier aufgebraucht und wieder einmal hat es keiner nachgekauft. Und der Joghurt, den sie eigentlich essen wollte, ist plötzlich aus dem Kühlschrank verschwunden. Sie hörte ihre sexuell aktiven Mitbewohner durch die dünnen Wände im Zimmer nebenan und erlebte eine seltsame Mitbewohnerin, die sich immer in ihr Zimmer einschloss. Später stellte sich heraus, dass sie ein Drogenproblem hatte.

Trotz der von Ponath beschriebenen Schattenseiten ist das Leben in WGs beliebt, besonders unter den Studenten. Jeder vierte Student in Deutschland entscheidet sich für ein Zusammenleben mit Kommilitonen in einer WG. Doch ob es um den Müll geht, der dringend rausgebracht werden muss, das sich in der Küche stapelnde schmutzige Geschirr oder um den vom Mitbewohner als Leergut-Abstellfläche umfunktionierten Couchtisch im Wohnzimmer - Mitbewohner können eine Last sein. Unterschiedliche Vorstellungen des Zusammenlebens führen zu jeder Menge Konfliktpotenzial.

Die Ursachen für Konflikte sieht die gebürtige Großhansdorferin vor allem in der mangelnden Erfahrung: "In den meisten Fällen kennt man sich einfach zu wenig. Dazu kommt, dass viele jung und unerfahren sind, wenn sie in eine WG ziehen. Sie kommen aus dem Elternhaus und sind es nicht gewohnt, alleine zu wohnen."

Man solle sich aber nicht von den Geschichten abschrecken lassen. Sie empfiehlt trotzdem, das Leben in einer WG auszuprobieren. Ponath: "Vieles war auch irgendwie ganz lustig. Man sollte einfach versuchen, es mit Humor zu nehmen." Allen WG-Suchenden und -Gründern rät sie: "Nichts überstürzen und unbedingt die Zeit nehmen, seine zukünftigen Mitbewohner kennenzulernen." Sich eine halbe Stunde zu unterhalten reiche da nicht aus. Und das gemeinsame Wohnen biete auch viele Vorteile. WGs sind kostengünstig und werden gerade von Studenten, die neu in der Stadt sind, bevorzugt, um sich nicht alleine zu fühlen. Sie bieten ein erstes Netzwerk an sozialen Kontakten in der fremden Stadt. In einer harmonischen WG verbringt man gerne Zeit miteinander, kocht und feiert und zusammen und teilt sich den Haushalt.

Ponath hat sich mittlerweile aus dem WG-Leben verabschiedet und lebt mit ihrem Freund zusammen - da gibt es dann hoffentlich keine bösen Überraschungen mehr.

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