08.01.13

Fernbuslinien

Von Hamburg nach Kiel für neun Euro

Öffnung des Markts für Fernbuslinien sorgt für neue Angebote in Hamburg. Immer mehr Unternehmen machen der Deutschen Bahn Konkurrenz.

Von Bob Geisler
Foto: dpa
Die Reise mit dem Bus soll wieder attraktiver werden
Nach der Liberalisierung des Fernbusmarktes machen immer mehr Unternehmen der Deutschen Bahn mit neuen, kostengünstigen Verbindungen Konkurrenz (Archivbild)

Hamburg. Nach der Liberalisierung des Fernbusmarktes machen immer mehr Unternehmen der Deutschen Bahn mit neuen, kostengünstigen Verbindungen ab Hamburg Konkurrenz. So kündigte die Deutsche Touring GmbH, der größte Anbieter im internationalen Linienbusverkehr, an, in den kommenden vier Wochen zwei neue Strecken von Hamburg nach Köln und nach Kiel in Betrieb zu nehmen.

Die Strecke nach Köln wird über Bremen, Osnabrück und Münster führen. Die einfache Fahrt zu den ersten drei Zielen soll dabei neun Euro kosten, wer bis in die Domstadt fahren möchte, zahlt laut einer Sprecherin 29 Euro. Nach der jetzigen Planung wird Köln dreimal in der Woche angesteuert und zwar dienstags, donnerstags und sonnabends. Kiel will die Deutsche Touring künftig mittwochs, freitags und sonntags anfahren. Auch diese Fahrt wird neun Euro kosten.

Die bestehende Verbindung von Hamburg nach Mannheim über Hannover, Göttingen und Frankfurt wird das Unternehmen künftig nicht nur nachts, sondern auch tagsüber anbieten. Für diese Strecke richtet sich der Preis nach dem Buchungsdatum und der Auslastung der Busse und liegt ebenfalls zwischen neun und 29,90 Euro.

Am Zentralen Omnibusbahnhof - kurz ZOB - sieht man sich für den Ansturm der neuen Anbieter gut gerüstet. Bereits Ende vergangenen Jahres hatte Geschäftsführer Wolfgang Marahrens erklärt, dass er durch die Marktöffnung mit 150 bis 200 zusätzlichen Abfahrten täglich rechne. Dies könne der Hamburger ZOB gut verkraften.

Durch die Liberalisierung des Marktes zu Jahresbeginn ist eine alte Schutzklausel für die Deutsche Bahn weggefallen, die das Staatsunternehmen gegen die Konkurrenz von Fernbusanbietern abschirmte. Dadurch ist nun die Beförderung von Passagieren auf innerdeutschen Teilstrecken von mehr als 50 Kilometer Länge möglich, ohne dass die Firmen dafür zusätzliche Konzessionen beantragen müssten.

Der Internationale Bustourismus-Verband will nach der Öffnung des Marktes generell neue Zielgruppen für die Branche erschließen und vor allem jüngere Individualreisende für die Fahrt mit dem Fernbus begeistern. Dafür soll auch der Auftritt vieler Firmen aufpoliert werden. "Dem Bus fehlt ein sexy Image", sagte Verbandspräsident Richard Eberhardt am Montag selbstkritisch.

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