04.01.13

Arbeitsmarkt

Wieder mehr Jobs für ältere Hamburger

Zahl der Beschäftigten über 60 stark erhöht. Arbeitslosenquote in Hansestadt stabil. Trend bei älteren Arbeitnehmern auch bundesweit.

Von Rolf Zamponi
Foto: pa/dpa
Ein Arbeiter montiert das  Achsgetriebe eines Autos (Archivfoto)
Ein Arbeiter montiert das Achsgetriebe eines Autos (Archivfoto)

Hamburg. Ältere Menschen haben wieder deutlich bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Gut 40.000 Arbeitnehmer zwischen 60 und 65 Jahren sind derzeit in Hamburg beschäftigt, gut 13.000 mehr als noch vor zehn Jahren. Und selbst bei den 65- bis 70-Jährigen hat sich die Zahl im selben Zeitraum von 2700 auf 4000 erhöht. Das geht aus Daten der Arbeitsagentur hervor, die dem Abendblatt vorliegen. "Solche Fachleute sind gesucht, weil sie mit Problemen im Betrieb kreativ umgehen und gegenüber Kunden seriös auftreten können", sagte der Chef der Hamburger Arbeitsagentur, Sönke Fock.

Am Donnerstag legte er die Zahlen für Dezember und für 2012 insgesamt vor. "Wir hatten über das ganze Jahr hinweg eine positive Entwicklung", sagte Fock. Ende Oktober wurde mit 871.500 Beschäftigten in der Stadt der höchste Wert seit 1974 erreicht.

Der Hamburger Trend bei den älteren Arbeitnehmern ist auch bundesweit zu beobachten. Auffällig ist, dass es nicht nur mehr Beschäftigte gibt, weil die Gesellschaft insgesamt älter wird. "Während die Zahl der Einwohner ab 50 Jahren seit 1999 bundesweit um 1,3 Millionen gestiegen ist, ergibt sich für die Beschäftigten in dieser Gruppe ein Plus um 2,5 Millionen", sagt Tanja Buch, Expertin beim Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Die Entwicklung werde künftig anhalten.

Gesucht werden ältere Mitarbeiter vor allem im Einzelhandel oder bei Baumärkten, wenn es um eine Beratung bei besonders hochwertigen Waren geht. Aber auch für Ingenieur-Aufgaben oder in der IT-Branche sind erfahrene Mitarbeiter gefragt. In Hamburg hat zum Beispiel die Telefongesellschaft Telio, die weltweit Anlagen in Gefängnissen installiert, jetzt einen 69-jährigen Computerfachmann unbefristet eingestellt.

+++ Leitartikel: Lasst Ältere arbeiten! +++

Die Bereitschaft älterer Arbeitnehmer, länger im Job zu bleiben, sei hoch, sagt Arbeitsagenturchef Fock. "Wer über langjährige Berufserfahrung verfügt, gesund ist und in seinem Beruf Erfolg hat, ist zumeist so motiviert, dass er bis zum regulären Rentenbeginn arbeiten will." Derzeit sind in Hamburg gut 10.000 Menschen arbeitslos gemeldet, die älter als 55 Jahre sind. "Wir wollen diese Gruppe weiter unterstützen und so mehr Menschen eine Chance geben, wieder einen Job zu finden", so Fock.

In Hamburg waren im Dezember 67.406 Menschen arbeitslos. Bei einem geringfügigen Plus von 39 gegenüber November liegt die Quote damit weiterhin bei 7,1 Prozent. Damit schneidet die Hansestadt in der Entwicklung besser ab als das Bundesgebiet insgesamt. Dort erhöhte sich die Arbeitslosenquote gegenüber November um 0,2 Prozentpunkte. Sie beträgt jetzt 6,7 Prozent, immer noch etwas besser als in Hamburg. Die Zahl der Arbeitslosen stieg um 88.000 auf 2,840 Millionen.

Fock ist zuversichtlich, dass sich die Arbeitslosenquote in Hamburg der bundesweiten Quote weiter annähern könnte. Voraussetzung sei, dass der für den Hafen und die Logistikfirmen in der Stadt wichtige Export trotz der schwierigeren Situation in den USA, in China, Indien oder Russland stabil bleibe und sich die Schuldenkrise nicht noch stärker auswirke. Die Arbeitsagentur rechnet für 2013 mit durchschnittlich 72.000 bis 72.500 Menschen ohne Job in Hamburg. Das entspricht etwa dem guten Ergebnis 2011. Im vergangenen Jahr lag die Zahl bei 70.435.

Der komplette Arbeitsmarktbericht für Hamburg als PDF

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