03.01.13

Eimsbüttel

Breitere Fußwege: Osterstraße wird Flaniermeile

Bezirksamtschef Torsten Sevecke will die Einkaufsstraße attraktiver machen. Neue Radfahrstreifen und breitere Fußwege geplant.

Von Nico Binde
Foto: Klaus Bodig
Osterstraße
Die Osterstraße ist seit Langem beliebtes Zentrum in Eimsbüttel. Für den Umbau dürften einige Bäume gefällt werden müssen

Hamburg. Neues Jahr, neuer Versuch: Eimsbüttels Bezirksamtsleiter Torsten Sevecke (SPD) rückt nicht von seinem Plan ab, die Osterstraße aufzuwerten. Im Gegenteil: Nun soll es einen neuen Anlauf geben. "Wir wollen die Einkaufsstraße zum bezirklichen Wirtschaftszentrum umbauen", sagte Sevecke dem Abendblatt. Vor allem für Flaneure soll die Aufenthaltsqualität deutlich erhöht werden - mit neuen Radfahrstreifen und breiteren Fußwegen. Der Haken an der Sache ist nur, dass dafür rund fünf Millionen Euro nötig wären. Geld, das der Bezirk nicht hat.

In der Vergangenheit scheiterten an der Osterstraße, die von rund 280 Geschäften gesäumt wird, immer wieder Konzepte: Der Business Improvement District, ein Programm für ansässige Gewerbetreibende, konnte keine zufriedenstellenden Ergebnisse erzielen. Niemand wollte sich an Umgestaltungskosten beteiligen. Der unter Schwarz-Grün geplante Umbau zur Gemeinschaftsstraße, auf der sich Radfahrer, Fußgänger und Autos gleichberechtigt begegnen, floppte ebenfalls.

Deshalb will Sevecke nun in die Trickkiste greifen und die Osterstraße mit Mitteln aus dem Radwegebau aufwerten. Mit neuen Radstreifen soll auch der Verkehr neu geordnet werden, der ganzen Meile soll diese Maßnahme zu einer boulevardesken Anmutung verhelfen.

Seveckes Rechnung sieht dabei wie folgt aus: Bündele man das im Bezirk für Radwege vorgesehene Geld der nächsten drei Jahre, stünden etwa 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. Um eine weitere Million Euro bemühe sich der Bezirk gerade bei der Wirtschaftsbehörde. Macht zusammen 2,5 Millionen Euro. Immerhin. "Das würde reichen, um wenigstens einen Abschnitt zu erneuern", sagt Sevecke. Ihm schwebt dabei das 550 Meter lange östliche Teilstück zwischen Schulweg und Heußweg vor. Einen konkreten Plan, geschweige denn einen Zeitraum für die Arbeiten, gebe es allerdings noch nicht. Bisher hat die Bezirksversammlung nur ihren Willen bekundet und die Umgestaltungspläne mehrheitlich befürwortet. Angestoßen wurde das Ganze von den Koalitionsfraktionen aus SPD und Grünen.

"Im neuen Jahr müssen wir endlich den Durchbruch schaffen", sagte Sevecke dem Radiosender NDR 90,3. "Das würde eine ganz neue verkehrliche Situation bedeuten." Denn bisher haben es alle schwer an der Osterstraße. Autofahrer fluchen wegen schmaler Fahrbahnen und der Falschparker. Radfahrer und Fußgänger kommen sich auf den engen Wegen nicht selten ins Gehege. Im Ergebnis ist die Osterstraße zwar ein allseits beliebtes Einkaufsrevier, länger Verweilen wollen dort aber die wenigsten.

"Was wir jetzt für die Neugestaltung brauchen, ist Geld", sagt Sevecke. Eimsbüttel sei jetzt mal dran, denn andere Bezirke hätten reichlich Sondermittel bekommen. Davon abgesehen dürfte der Bezirksamtsleiter aber noch jede Menge Überzeugungsarbeit bei zahlreichen Autofahrern leisten müssen. Denn Radspuren auf der Osterstraße bedeuten im Umkehrschluss weniger Parkplätze für die ohnehin nicht stellplatzverwöhnten Anwohner. "Mit Radstreifen sind wohl nur Längsparkplätze möglich", sagt Sevecke. Wie viel Parkraum dabei eingebüßt werde, könne er noch nicht sagen. Kreisellösungen an den Kreuzungen seien indes vorerst vom Tisch.

Unabhängig vom finanziellen Aufwand schränke der Busverkehr die Gestaltungsmöglichkeiten der Kreuzungen zusätzlich ein. Der Baumbestand entlang der Straße dürfte ein weiteres Problem beim Umbau sein. Schonend wird er jedenfalls nicht vonstatten gehen. "Einige Bäume müssten wohl umgesetzt werden", sagt Sevecke. Und zu was Naturschützer im Bezirk Eimsbüttel imstande sind, musste der Amtsleiter bereits zweimal erfahren. Zwei Bürgerentscheide - zur Umgestaltung des Isebekufers und des Eidelstedt Centers - scheiterten am Veto der Baumliebhaber. Aber bis es an der Osterstraße so weit ist, muss ohnehin erst einmal die Kostenfrage geklärt sein.

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