Verkehr Hamburg Autofahren unter Drogeneinfluss wird zum wachsenden Problem

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Zahl der Autofahrer, die unter Kokaineinfluss stand, hat bereits in ersten drei Quartalen die Zahl des gesamten Vorjahres übertroffen.

Hamburg. Trotz gezielter Kontrollen und Präventionskampagnen bleibt die Zahl der Autofahrer, die sich berauscht ans Steuer eines Fahrzeugs setzen, in Hamburg hoch. Das geht aus der Antwort des Senats auf eine Kleine Anfrage des CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Karl-Heinz Warnholz hervor. 473 Verfahren leitete die zuständige Behörde in den ersten neun Monaten dieses Jahres bereits ein. 2001 wurden im gesamten Jahr 572 Verstöße geahndet. Auffällig: Die Zahl der Autofahrer, die unter Kokaineinfluss stand, hat mit 71 Fällen bereits in den ersten drei Quartalen die Zahl des gesamten Vorjahres um vier Fälle übertroffen.

Der "typische" berauschte Autofahrer ist laut Statistik männlich und zwischen 18 und 40 Jahre alt. Diese Gruppe macht knapp 88 Prozent aus. Unter Drogeneinfluss fahrende Frauen werden nur selten angetroffen: Bei 97 Prozent der Drogendelikte am Steuer sind die Täter männlich. Noch exotischer sind berauschte Senioren am Steuer. In nur einem Fall wurde in diesem Jahr ein über 65-Jähriger Autofahrer von der Polizei festgestellt, der unter Drogeneinfluss stand, geht aus der Senatsantwort hervor.

Im kommenden Jahr, so die Ankündigung der Behörde, wird die Polizei weiter gezielt Drogenverstöße auf Hamburgs Straßen ahnden. Geplant sind neben Überprüfungen bei normalen Streifenfahrten auch gezielte Großkontrollen. Darüber hinaus sind Infoveranstaltungen bei den Motorradtagen und bei der Mitgliederversammlung des Hamburger Fahrlehrerverbandes geplant.