06.12.12

Kinderschutzbericht 2011

Vernachlässigte Kinder in Hamburg - 28.617 Fälle gemeldet

Neuer Bericht zeigt: Es gibt immer mehr Vorgänge, die meist von der Polizei aufgedeckt werden. In 65 Prozent der Fälle geht es um Jungen.

Foto: ddp
Ein kleiner Junge schaukelt auf einem Spielplatz.
Ein kleiner Junge schaukelt auf einem Spielplatz. Ein neuer Bericht zeigt: Es gibt immer mehr vernachlässigte Kiunder die meist von der Polizei aufgedeckt werden. In 65 Prozent der Fälle geht es um Jungen.

Hamburg. Vernachlässigt, allein gelassen, zu Hause geschlagen oder gar sexuell missbraucht: In Hamburg sind Kinder und Jugendlich täglich größten Problemen ausgesetzt. Nur in einzelnen Fällen werden Schicksale bekannt, mit ihnen verbinden sich Namen wie die toten Mädchen Chantal oder Jessica, aber auch Jeremie, der Junge der seit mehr als zwei Wochen verschwunden ist. Immer öfter werden Anliegen im Zusammenhang mit sogenannter Kindeswohlgefährdung den zuständigen Institutionen und Behörden gemeldet.

Laut Kinderschutzbericht 2011, der am Donnerstag in Wandsbek von Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff vorgestellt wurde, ist die Zahl der Meldungen im Vorjahr von 28.518 auf 28.617 gestiegen. Die Zahl der betroffenen Kinder sank dabei von 19.361 auf 18.924 um etwa vier Prozent. Heißt: Es sind oft bereits bekannte Fälle, in denen es erneut Probleme gibt. Das eine sind die Mitteilung eines Anliegens, das andere ist die echte Problemlage: Doch auch die Zahl der Fälle, die der Allgemeine Soziale Dienst (ASD) dann auch wirklich als Fall von Kindeswohlgefährdung einschätzt, ist wieder gestiegen, um fünf Prozent.

Nach wie vor ist es jedoch schwierig, ganz genau hinter die Kulissen zu sehen: "Es ist bisher nicht möglich, auszuwerten, in wie vielen gemeldeten Verdachtsfällen tatsächlich eine Kindeswohlgefährdung vorlag", heißt es im Fazit des Berichts. Die Auswertung der Zahlen von 2011 lasse "nur sehr begrenzt Rückschlüsse" darauf zu, wie gut Kinder in Hamburg tatsächlich versorgt und geschützt würden.

In vier von fünf Fällen kommen die Meldungen über Kindeswohlgefährdung von der Polizei an den ASD und den Kinder- und Jugendnotdienst.

Meist basieren solche Meldungen auf sogenannter Delinquenz (40 Prozent), das heißt Auffälligkeiten in Zusammenhang mit Delikten wie Diebstahl oder Körperverletzung. Dabei fällt vor allem auf, dass es insgesamt meist Jungen sind, die Probleme haben. 65 Prozent der Meldungen von Kindeswohlgefährdung beziehen sich auf Jungen - und genau sie sind es, die auch bei der Polizei ab dem zwölften Lebensjahr auffällig werden.

Aber jede fünfte Meldung geht auf häusliche Gewalt zurück, in 15 Prozent der Fälle geht es um Vernachlässigung.

Hier finden Sie den vollständigen Kinderschutzbericht

(HA)
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