Prozess Waffen, Drogen, Vorstrafen: 23-Jähriger muss hinter Gitter

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Schon mehrfach war Fatik Y. mit dem Gesetz in Konflikt geraten. In einem Berufungsprozess erhöhte das Gericht jetzt das Strafmaß.

Hamburg. Ein mehrfach vorbestrafter Intensivtäter, der sich unter anderem wegen Gebrauchs einer Schusswaffe vor Gericht verantworten musste, muss nun doch ins Gefängnis. Das Landgericht verurteilte Fatik Y., 23, heute in einer Berufungsverhandlung zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten, die nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden könne, entschied die Kammer. Das Amtsgericht hatte in derselben Sache in erster Instanz noch eine neunmonatige Bewährungsstrafe verhängt. Dagegen war die Staatsanwaltschaft in Berufung gegangen, weil sie die Strafe für zu niedrig hielt.

Fatik Y. ist bereits etliche Male mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Unter anderem hatte er, mit einer Sturmhaube maskiert und einem Messer bewaffnet, einen Überfall auf einen Supermarkt begangen. Wegen dieser sowie weiterer Taten wurde im Jahr 2009 unter anderem wegen schweren Raubes und Verstoßes gegen das Waffengesetz zu zwei Jahren Jugendstrafe mit Bewährung verurteilt. Zudem hat er mehrere weitere Vorstrafen wegen Delikten wie Hausfriedensbruch und Drogenbesitz.

Im Fall, der jetzt verhandelt wurde, war der 23-Jährige angeklagt, im Oktober 2010 eine Schusswaffe, die ein Bekannter bei sich hatte, an sich genommen und in die Luft geschossen zu haben. Rund ein halbes Jahr später hantierte er auf dem Kiez mit einem Butterflymesser. Beide Taten, bei denen er unter dem Einfluss von Rauschmitteln gestanden hatte, hat der junge Mann gestanden. Fatik Y. ist seit Jahren marihuanaabhängig und konsumiert gelegentlich auch Kokain. Um eine Therapie habe er sich mehrfach bemüht, sagte er im Prozess, doch habe es bislang aus den unterschiedlichsten Gründen nicht geklappt. In den vergangenen beiden Jahren hatte er zudem mehrere weitere Straftaten begangen. Nach der Verurteilung vor dem Amtsgericht zu einer Bewährungsstrafe wegen der Schüsse hatte es gerade mal fünf Tage gedauert, bis er wieder straffällig wurde, in dem er Widerstand gegen Polizisten leistete.

Unter anderem deswegen wurde eine frühere Bewährung mittlerweile widerrufen, so dass der junge Mann seit August in Strafhaft sitzt. Mit der heutigen Verurteilung kommen nun also noch zehn Monate Gefängnis dazu, die er verbüßen muss. Die Vorsitzende Richterin begründete das Urteil unter anderem mit der bislang fehlenden Drogentherapie, dem Bewährungsversagen und der schnellen Rückfallgeschwindigkeit.