Hamburger Möbelhaus Baubeginn in Altona: Ikea startet City-Pilotprojekt

Foto: IKEA Deutschland GmbH & Co. KG

Bauvorbereitende Maßnahmen haben begonnen. Grundsteinlegung ist für 19. Dezember geplant. Ansprechpartner für Kritiker hat gut zu tun.

Hamburg. Der Möbelhändler Ikea lässt heute in Hamburg-Altona zwar noch nicht die Bagger für sein bundesweit erstes Kaufhaus inmitten der Fußgängerzone anrollen, doch die bauvorbereitenden Maßnahmen sind gestartet. Die Grundsteinlegung für das siebenstöckige Gebäude mit einer Verkaufsfläche von 18.000 Quadratmetern ist für den 19. Dezember geplant. Zunächst gehe es um bauvorbereitende Maßnahmen, wie Ikea-Sprecherin Simone Settergren sagte. Aktuell werden Elektriker für den nötigen Baustrom sorgen, anschließend wird mit den Erdarbeiten und der Grundwasserabsenkung begonnen, bevor schließlich das Fundament gelegt werden kann. Dann erst werden die Bagger auf die Baustelle rollen. Dies werde wohl Anfang bis Mitte Dezember dauern, wie Christian Mollerus, zukünftiger Einrichtungshausleiter, sagte.

Der Neubau mit vier Parkebenen sei ein Pilotprojekt: "Wir wollen näher an die Menschen ran." Der schwedische Möbelkonzern geht davon aus, dass 80 Prozent der Kunden in Altona nicht länger als 20 Minuten für die Anreise benötigen werden. "Das ist sehr außergewöhnlich für Ikea", sagte Settergren. Der Standort in der Großen Bergstraße – das dann dritte Ikea-Kaufhaus in Hamburg nach Schnelsen und Moorfleet - biete einen perfekten Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr. Aktuell sei in keiner anderen Metropolregion ein vergleichbares Projekt geplant, so Settergren. Denn in Hamburg gebe es einmalige Voraussetzungen, "die sich wahrscheinlich kein zweites Mal in Deutschland auftun".

Kritiker des mehr als 80 Millionen Euro teuren Baus befürchten indes negative Folgen für den Stadtteil. Sie rechnen in der Gegend mit steigenden Mieten, mehr Staus und reduzierten Parkplatzangeboten für Anwohner. Gegen das Projekt hatte etwa die Gruppe "Kein Ikea in Altona!" lange protestiert. Anfang 2010 hatten sich aber in einem Bürgerentscheid 77 Prozent der Wähler im Stadtbezirk Altona für den Bau einer dritten Möbelhaus-Filiale in der Hansestadt ausgesprochen. Die Stimmung unter den Anwohnern ist gemischt. Eine Anwohnerin sagte, dass der Bau nun mal endlich beginnen solle und die Leute ja auch bei dem Ikea-Vorgänger Frappant gemeckert hatten. Eine andere Anwohnerin sieht das Ikea-Projekt nicht so positiv. Sie befürchte, dass sich die Verkehrlage in dem Altstadtviertel dramatisch verschlechtern werde. "Ich kaufe zwar gerne bei Ikea, aber dafür kann ich auch nach Moorflet oder Schnelsen fahren und muss Ikea nicht direkt in der Innenstadt haben", sagte eine Anwohnerin.

Natürlich gebe es nach wie vor kritische Stimmen, räumte Ikea ein. Aber man habe mit Jan Moebus eigens einen direkten Ansprechpartner geschaffen, der sich um die Sorgen und Nöte der Anwohner kümmern solle. Er habe seit Oktober 2010 etwa 100 Anrufe von Gewerbetreibenden und Anwohnern erhalten, sagte Moebus. Seine Erfahrung: "Dass die Mieten steigen werden, davon geht scheinbar der eine oder andere aus." Diese eventuell eintretenden höheren Mietkosten würden aber durch das Mehr an potenziellen Kunden und den damit verbundenen steigenden Umsatz mehr als ausgeglichen. Auch der künftige Einrichtungshausleiter Christian Mollerus berichtete, dass es bei der Informationsveranstaltung im Altonaer Museum in der vergangenen Woche noch viel Kritik seitens der Anwohner gab. Dennoch seien aber viele interessiert gewesen, wie der Bau genau verlaufe.

Die Bauarbeiten sollen voraussichtlich 18 Monate dauern, die Hochbauphase soll im Juli 2013 starten. Die Eröffnung ist für Sommer 2014 geplant. Ikea hat deutschlandweit 46 Standorte. Das Unternehmen beschäftigt in Deutschland knapp 15.000 Mitarbeiter.