Offen gesagt Das Studioalbum wird Livealbum

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Eine Glosse von Tino Lange

Das gute, alte Studioalbum verliert im Zuge der digitalen Musikevolution an Bedeutung, im Prinzip sind Alben nur noch Werbematerial für Konzerttourneen. Deutlich wird das beispielsweise beim Auftritt von Monster Magnet am kommenden Dienstag im Gruenspan: Dort wollen die US-Rocker das Album "Spine Of God" in voller Länge spielen. Es ist das Debütalbum von 1991, wohlgemerkt. Eigentlich eine schöne Idee: Man weiß, was man bekommt und hört viele lang nicht mehr gespielte Songs.

Vielleicht ist das auch die Erklärung für den Trend zum Album-Konzert. Metallica prügelte sich zum 20. Plattengeburtstag jeweils durch die Meilensteine "Master Of Puppets" (1986) und "Metallica" (1991), David Bowie konzentrierte sich bereits 2002 auf "Low" (1977), auch The Cure, Sonic Youth, a-ha, Lemonheads, Bruce Springsteen, Lou Reed, Neil Young oder Bernd Begemann griffen bei der Zusammenstellung von Setlisten nur einmal ins Plattenregal. Die Sparks spielten 2008 an 21 Abenden hintereinander alle ihre 21 Alben durch. Rekordverdächtig, würden auch die Sex Pistols sagen, die es nur auf eine LP "Never Mind the Bollocks, Here's the Sex Pistols" (1977) gebracht haben.

Vielleicht führen die Extrem-Metaller Napalm Death mal ihr Debütalbum "Scum" von 1987 live auf: 28 Songs in einer halben Stunde inklusive dem 1,3-Sekunden-Hit "You Suffer". Diesen Song können Sie auch digital erwerben, für die üblichen 99 Cent.