14.11.12

Öffentlicher Nahverkehr

Musik an U-Bahnstationen für mehr "subjektive Sicherheit"

An mittlerweile allen unterirdischen U-Bahnhaltestellen in Hamburg erklingt klassische Musik. Ein Werbegag? Keineswegs.

Von Celina de Cuveland
Foto: pa/dpa
Ein Fahrgast sitzt an der unterirdischen U-Bahnstation Gänsemarkt in Hamburg. Hier läuft regelmäßig klassische Musik über die Lautsprecher
Ein Fahrgast sitzt an der unterirdischen U-Bahnstation Gänsemarkt in Hamburg. Hier läuft regelmäßig klassische Musik über die Lautsprecher

Hamburg. Jeder, der in Hamburg auf einer der drei U-Bahnlinien unterwegs ist, hört sie: die klassische Musik an den unterirdischen Bahnhaltestellen. Für die Fahrgäste erklingen die leisen Töne im Hintergrund. "Die Musik ist Teil unseres Konzeptes zur Stärkung des subjektiven Sicherheitsempfindens", sagt die Sprecherin der Hochbahn, Maja Weihgold. "Objektiv ist die Sicherheit in unseren U-Bahnstationen sehr hoch, viele Fahrgäste fühlen sich in den unterirdischen Haltestellen jedoch unwohl".

Das soll das vor Jahren entwickelte Konzept ändern. Die Helligkeit an den Haltestellen wurde, genauso wie die Sauberkeit, verbessert. Videoüberwachungen und Notrufsäulen wurden installiert. Außerdem läuft seitdem über dieselben Lautsprecher Musik, durch die sonst Durchsagen zu Verspätungen erfolgen. Die Informationen zum Zugverkehr hätten aber deutlich Vorrang, so Weihgold. "Die Musik enthält keinen Gesang und ist weder besonders laut, noch aufdringlich. Es ist eben Hintergrundmusik."

Geliefert wird diese Musik von der amerikanischen Firma Muzak Inc., die auch Musik für Fahrstühle und Einkaufszentren produziert. Der Begriff "Muzak" ist eine entfremdete Version des englischen Wortes "Music" und steht inzwischen für einen eigenen Musikstil: leise plätschernde Hintergrundmusik ohne erkennbare Höhen und Tiefen.

"Inzwischen kann man an 50 von unseren 89 Bahnhaltestellen diese Musik hören", sagt Weihgold. "Das sind alle unterirdischen Bahnstationen". Dass die Musik dort nicht immer zu hören ist, liegt daran, dass die Hochbahn selbst kontrolliert, wann sie dort läuft und wann nicht. Sogenannte Haltestellenüberwacher sind für das Ein- und Ausschalten zuständig, das nur an den Haltestellen selbst möglich ist.

Ob die Musik sich wirklich positiv auf das Empfinden der Fahrgäste auswirkt, ist bislang noch nicht erwiesen. "Aber wir bekommen immer wieder positive Rückmeldungen von unseren Fahrgästen", erklärt Maja Weihgold. "Sie hören die Musik gerne".

Omo Hicken und seine Freundin Lisa Siemers fahren in Hamburg häufig mit der U-Bahn. "Ich finde, dass die Musik gar nicht unbedingt auffällt, sie stört mich nicht. Eine andere Musikrichtung als Klassik könnte ich mir in den Bahnstationen nicht vorstellen", sagt Lisa. Omo stimmt zu: "Mich entspannt die Musik. Außerdem ist es eine gute Idee, um das Warten zu verkürzen. Die klassische Stilrichtung passt einfach zur Situation am Bahnsteig".

Ob sich die Fahrgäste durch die musikalische Unterhaltung sicherer fühlen, bleibt offen. Jedenfalls werden klassische Musikstücke wie "Für Elise" weiterhin an Hamburgs U-Bahnstationen zu hören sein.

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