14.11.12

Bilanz

Jeder siebte Hamburger ist von Armut bedroht

Mit einer Armutsquote von 14,7 Prozent - Tendenz sinkend - steht die Hansestadt im Metropolen-Vergleich jedoch noch relativ gut da.

Foto: picture-alliance/chromorange
Armutsgefährdet ist laut Definition, wer weniger als 60 Prozent des Durchschnitts verdient – dies schließt auch Sozialleistungen wie Arbeitslosengeld ein (Symbolbild)
Armutsgefährdet ist laut Definition, wem weniger als 60 Prozent des Durchschnittsverdienstes zur Verfügung stehen

Hamburg. Auch wenn jeder siebte Hamburger von Armut bedroht ist, steht die Hansestadt im Vergleich der deutschen Großstädte gut da. In Dortmund, Duisburg, Leipzig, Hannover, Bremen und Berlin lebt bis zu ein Viertel der Bevölkerung unter der Armutsgrenze, wie eine am Mittwoch veröffentlichte Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung in Düsseldorf nachweist. In Hamburg liegt die Armutsquote mit 14,7 Prozent leicht unter dem Bundesdurchschnitt von 15,1 Prozent. Die geringste Armutsquote weist München mit rund zwölf Prozent auf.

Die Wissenschaftler des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Stiftung haben Daten für die 15 größten deutschen Städte ausgewertet, in denen knapp 14 Millionen Menschen leben. Die Armut steige und konzentriere sich in den Großstädten, erklärte Sozialforscher Eric Seils. "Und das, obwohl die Arbeitslosigkeit insgesamt zurückgegangen ist." Dies könne mit einer höheren Einkommensungleichheit und dem gewachsenen Niedriglohnsektor zusammenhängen. Denkbar sei, dass bei einer wachsenden Gruppe von Beschäftigten das Einkommen gerade über der Hartz-IV-Grenze liege.

Im Durchschnitt stieg die Armutsquote in den 15 untersuchten Großstädten von 17,5 auf 19,6 Prozent zwischen 2005 und 2011. Damit ist die Armut in diesen Metropolen deutlich höher als im Rest der Republik. In Hamburg dagegen ist die Quote in diesem Zeitraum um einen Prozentpunkt auf 14,7 Prozent gesunken.

Die ärmste Großstadt ist den Angaben zufolge Leipzig. In der Messestadt waren 2011 rund 25 Prozent der Bewohner arm. Doch auch in Dortmund und Duisburg sei die Lage "dramatisch", erklärte Seils. Beide Ruhrgebietsstädte näherten sich mit Armutsquoten von gut 24 und 23,5 Prozent dem Niveau von Leipzig. Süddeutsche Großstädte haben der Studie zufolge meist deutlich geringere Armutsprobleme als die Metropolen in anderen Regionen. Die höchste Armutsquote unter den Süd-Großstädten hat Nürnberg. Hier gelten knapp 20 Prozent der Bevölkerung als arm.

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