Aufklärung Jugendhilfeausschuss setzt sich bei Chantal-Bericht durch

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Finanzbehörde gibt Ausschuss im Bezirk Mitte nun doch weitgehend ungeschwärzte Version des Prüfberichts zum Tod von Chantal.

Hamburg-Altstadt. Die Finanzbehörde gibt im Streit mit dem Jugendhilfeausschuss (JHA) Hamburg-Mitte nach und wird nun den Mitgliedern doch eine weitgehend ungeschwärzte Version des Prüfberichts zum Tod der elfjährigen Chantal zur Verfügung stellen. Das geht aus einem Brief von Finanzstaatsrat Jens Lattmann (SPD) an den Ausschussvorsitzenden Ralf Neubauer (SPD) hervor. Der JHA-Vorsitzende sagte dem Abendblatt: "Wir sind froh, dass Finanz- und Sozialbehörde ihre bisherige Rechtsauffassung überprüft und den Bericht nun doch zur Verfügung gestellt haben." Das vermeide einen langwierigen Rechtsstreit und erleichtere dem Jugendhilfeausschuss die weitere Sachverhaltsaufklärung ganz erheblich.

Wie berichtet, war Chantal im Januar in der Wohnung ihrer Wilhelmsburger Pflegefamilie an einer Methadonvergiftung gestorben. Die Innenrevision der Finanzbehörde hatte in einem 72-seitigen Bericht den Tod untersucht und diesen weitgehend ungeschwärzt auch dem Sonderausschuss der Bürgerschaft zur Verfügung gestellt, jedoch mit Hinweis auf den Sozialdatenschutz nicht dem Jugendhilfeausschuss in Mitte. Daraufhin ließ der Ausschuss von Jugendhilferechtsexperte Professor Christian Bernzen ein Gutachten erstellen, das die Finanzbehörde nun offensichtlich zum Einlenken bewegt hat.