Zwischenruf Überraschungs- Ei(n)bruch

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Eine Glosse von Jan-Eric Lindner

Ach, du dickes Ei: Straftäter, insbesondere solche Schurken, die es darauf abgesehen haben, unrechtmäßig durch Einbruch an anderer Leute Hab und Gut zu gelangen, glänzen - das ist altes Ermittlerwissen und erfreut Fahnder weltweit - nicht immer mit kriminalistischer Finesse.

Die Hamburger Polizei nahm gestern in den frühen Morgenstunden zwei junge Männer fest, die geradezu als Paradebeispiel für intelligenzbegrenzte Ganoven herhalten könnten. Die 18 und 22 Jahre alten Jungschurken hatten sich zu nachtschlafender Zeit Zugang zu einer Bäckerei in Harburg verschafft. Offenbar unbemerkt von ihnen hatten Anwohner ob der Geräuschentwicklung die Polizei alarmiert. Erste Beamte sahen die aufgebrochene Eingangstür und riefen weitere Kollegen. Ihr Plan: das Objekt umstellen, die Täter dingfest machen. Die Umstellung geschah, ohne dass die Zielpersonen etwas davon mitbekommen hätten.

Kein Wunder: Sie hatten sich ja auch mit gleich drei Überraschungen auf einmal beschäftigt: mit etwas Spannendem, etwas zum Naschen und etwas zum Spielen. Als die Beamten den Tatort betraten, sahen sie die Übeltäter vor einem Berg von Überraschungseiern. Einen Teil hatten sie zur Mitnahme bereitgestellt, über andere waren sie an Ort und Stelle hergefallen - und dies so inbrünstig, dass naheliegende Fluchtgedanken in den Hintergrund rückten. Die Beamten nahmen die Ei(n)brecher fest. Bei ihnen handele es sich um Intensivtäter, ließen die Ermittler wissen. Ob sich dies nur auf ihre Tathäufigkeit oder auch auf den Schokoladenkonsum bezieht, blieb offen.