26.10.12

Kalte Jahreszeit

Tausende Hamburger von Schimmel im Haus betroffen

In den kalten, feuchten Monaten steigt das Risiko schimmliger Wände. Was Mietervereine im Norden in solchen Fällen raten und wer betroffen ist.

Foto: picture alliance
Mit Schimmel ist nicht zu spaßen. Eingeatmete Mikroben können krank machen, Allergien auslösen
Mit Schimmel ist nicht zu spaßen: Eingeatmete Mikroben können krank machen und Allergien auslösen

Hamburg/Kiel. In den kalten, feuchten Monaten gibt es jetzt wieder ein heikles Thema in Hamburgs Wohnungen: "Die Schimmel-Saison hat begonnen" – das bestätigt Siegmund Chychla, stellvertretender Vorsitzender des Mietervereins zu Hamburg.

"Schimmelbefall ist ein regelmäßig wiederkehrendes Problem in der kalten und feuchten Jahreszeit", sagt Sigmund Chychla, "besonders betroffen sind alte Gebäude mit nicht ausreichender Wärmedämmung, hauptsächlich Gebäude aus den Fünfziger und Sechziger Jahren." Davon gäbe es in Hamburg rund 300.000 – entsprechend hoch ist die Zahl der Betroffenen. Der Mieterverein zu Hamburg berät im Jahr rund 65.000 Mieter in verschiedenen Problemfragen. Etwa sieben Prozent der Beratungen betreffen den Schimmelbefall in der Wohnung.

Auch die Mietervereine in Schleswig-Holstein bestätigen: Sinken die Außentemperaturen, nimmt das Problem Schimmelpilzbildung in den Wohnungen schlagartig zu. Mehr als 30 Prozent aller Beratungsfälle in Schleswig-Holstein betreffen Mängel in der Mieterwohnung. Im Winterhalbjahr drehen sich davon mehr als die Hälfte um Feuchtigkeitsprobleme und nicht ausreichende Beheizung - die Folge: Schimmel. Das Problem verschärfe sich durch den Anstieg der Energiekosten, die viele Haushalte dazu veranlasse, die Raumtemperaturen herabzusetzen.

Was tun bei Schimmelbefall in der Wohnung? Und wie kann man vorbeugen, damit er gar nicht erst entsteht? Die häufigste Ursache von Schimmelbefall, in dessen Folge auch gesundheitliche Probleme auftreten können, ist eine falsche oder nicht ausreichende Belüftung. Sigmund Chychla vom Mieterverein zu Hamburg: "Man sollte dreimal täglich sechs bis sieben Minuten kräftig lüften. Das Fenster sollte dabei ganz geöffnet und die Heizung ausgestellt sein." Das Fenster auf Kipp zu öffnen, reiche hingegen nicht aus: Es ströme dann zwar kalte Luft in den Raum, aber die feuchte Raumluft werde so nicht ausgetauscht. Die Raumtemperatur solle tagsüber generell nicht unter 16 Grad Celsius fallen.

Wurden falsche Belüftung als Ursache ausgeschlossen, kann eine schlechte Bausubstanz des Gebäudes der Grund sein. "Der Mieter hat dann verschiedene Möglichkeiten, die vom Umfang des Schadens abhängig sind: Er kann dem Vermieter beispielsweise eine angemessene Frist zur Beseitigung der Schäden setzen, eine Mietminderung oder sogar eine Instandsetzungsklage erwirken", sagt Sigmund Chychla. Im Falle einer solchen Klage kümmere sich der Mieter selbstständig um die Behebung der Baumängel. Die Kosten hierfür könne er dann vom Vermieter zurückerstatten. Sigmund Chychla: "Wir beraten und unterstützen Mieter in solchen Fällen." Grundsätzlich gilt: Richtig Lüften und gefährdete Wände im Auge behalten - gerade jetzt in der Schimmel-Saison.

jj
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