UKE Jörg Debatin geht vorzeitig

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UKE-Chef Professor Jörg Debatin beendet seine Tätigkeit Ende September und damit vor Vertragsende.

Hamburg. Professor Jörg Debatin verlässt das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Nach Abendblatt-Informationen wird der so renommierte wie umstrittene Mediziner das UKE bereits Ende September verlassen – ein Jahr vor Ende seiner Vertragslaufzeit. Es wird einen Aufhebungsvertrag mit der Stadt geben. Die Öffentlichkeit sollte offiziell morgen informiert werden. Debatin selbst war gestern auf mehrfache Nachfragen hin nicht erreichbar. Die Wissenschaftsbehörde, die als Fachaufsicht für das UKE zuständig ist, wollte die brisante Personalie nicht offiziell bestätigen.

Für viele Beobachter war es nur eine Frage der Zeit. Denn den UKE-Chef Prof. Jörg Debatin und seine Vorgesetzte, die Wissenschaftssenatorin Dorothee Stapelfeldt, verbindet seit Langem eine innige Abneigung gegeneinander. Als die Sozialdemokratin vor gut drei Monaten auf dem Senatorensessel Platz nahm, schien bereits klar, dass der Christdemokrat Debatin seine Zukunft als Direktor des größten Hamburger Krankenhauses hinter sich hat.

Debatin und Stapelfeldt kennen sich seit Langem. Die Sozialdemokratin macht seit den 80er-Jahren Hochschulpolitik. Mit Debatin – Mitglied im CDU-Wirtschaftsrat – focht sie in den Sitzungen des Wissenschaftsausschusses so manchen Streit aus. Für Aufmerksamkeit sorgte zuletzt, dass Debatin sich öffentlichkeitswirksam bei der SPD-Wissenschaftssenatorin darüber beschwerte, dass sie ihn offenbar nicht in die Neubesetzung eines UKE-Aufsichtsgremiums einbeziehen wollte. Der Arzt schrieb von einer "demotivierenden" und "wenig wertschätzenden" Behandlung durch den Senat.