Hohe Auszeichnung Bundesverdienstkreuz für Gründerin des Oma-Hilfsdienstes

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Wenn Beate Schmidt (59) heute um kurz nach 11 Uhr von Bundespräsident Horst Köhler ausgezeichnet wird, schließt sich für sie der Kreis. Denn Beate...

Wenn Beate Schmidt (59) heute um kurz nach 11 Uhr von Bundespräsident Horst Köhler ausgezeichnet wird, schließt sich für sie der Kreis. Denn Beate Schmidt wurde schon einmal von einem Bundespräsidenten geehrt. Im Januar 1980 zeichnete Karl Carstens sie für ihr Engagement für das Gemeinwohl aus. Heute, rund 28 Jahre später, überreicht Horst Köhler ihr das Bundesverdienstkreuz.

Der Grund für die Auszeichnung ist heute wie damals derselbe: Beate Schmidts Engagement für Jung und Alt. Der von ihr gegründete Verein schafft Kontakte zwischen den Generationen. Er vermittelt "Leih-Omas" an Familien mit Kindern und stellt alten Menschen junge Paten zur Seite. "Früher war die gegenseitige Hilfestellung zwischen den Generationen innerhalb der Großfamilie ganz natürlich. Heute ist dies nicht mehr so selbstverständlich", sagte Beate Schmidt, die Geschäftsführerin und Initiatorin des Vereins ist.

Bereits 1979 gründete sie unter dem Motto "Senioren helfen jungen Familien" den Oma-Hilfsdienst - ein damals bundesweit einmaliger Kinderbetreuungsdienst. In einer Zeitschrift hatte Beate Schmidt von einer ähnlichen Initiative in Paris gelesen und kurzerhand eine Hamburger Version davon aufgelegt. "Ich bin selbst zwar in einer Familie mit Großeltern aufgewachsen, die sich um die Enkel gekümmert haben. Von anderen Eltern wusste ich aber, dass es Familien ohne diesen Zusammenhalt gibt", sagt Beate Schmidt. Was als reiner Kinderbetreuungsdienst begann, entwickelte sich zu einem Begegnungsprojekt der Generationen. Seit 1993 ist die Initiative als Verein eingetragen und heißt "Jung und Alt in Zuwendung" oder kurz: "Jung und Alt". "Unser Ziel ist es, junge und alte Menschen zusammenzubringen, damit sie sich unterstützen und voneinander lernen - auch wenn sie nicht familiär verbunden sind", sagt Beate Schmidt.

Seit 1994 haben die Ehrenamtlichen des Vereins pro Jahr durchschnittlich 1410 Einsätze. Allein 2007 haben 124 ehrenamtliche "Leih-Omas" 1485 mal bei Familien eingehütet. 47 Ehrenamtliche waren 352 Tage in Kindergärten im Einsatz, 74 Freiwillige bei Senioren zu Hause. Darüber hinaus gab es 65 Besuche in Altenheimen.

"Die Ehrung zum jetzigen Zeitpunkt bedeutet mit sehr viel", sagt Beate Schmidt. Weil sie einmal am Anfang ihrer Arbeit eine Auszeichnung erhalten habe - und jetzt fast am Ende ihrer Arbeit. Denn irgendwann in den nächsten Jahren wird Beate Schmidt aufhören und selbst in Rente gehen. Doch der Verein "Jung und Alt" wird weiter bestehen.


Weitere Informationen: Telefon 251 77 33 oder 250 69 12 sowie im Internet: www.jaz-ev.de