06.11.13

Gefängnis

Suizid in der Justizvollzugsanstalt Hahnöfersand

Die Justizbehörde hat am Mittwoch den Tod einer Gefangenen offiziell bekannt gegeben. Justizsenatorin Jana Schiedek drückte ihre Betroffenheit aus. Ihr Mitgefühl gelte den Angehörigen.

Foto: Pressebild.de/ Bertold Fabricius

Ein Justizbeamter auf einem Flur im Gefängnis Hahnöfersand (Symbolbild)
Ein Justizbeamter auf einem Flur im Gefängnis Hahnöfersand (Symbolbild)

Hamburg. In der Justizvollzugsanstalt (JVA) Hahnöfersand hat sich in der vergangenen Nacht eine Gefangene das Leben genommen. Das teilte die Justizbehörde am Mittwoch mit. Die 43-jährige Kirsten P. wurde heute früh um 6 Uhr beim Aufschluss leblos in ihrem Haftraum vorgefunden. Der sofort herbeigerufene Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen. Nach ersten Erkenntnissen hat sich die Gefangene mit ihrem Bettlaken am Fensterkreuz ihres Haftraums erhängt. Die genaue Todesursache wird gegenwärtig aufgeklärt. Es gibt nach derzeitigem Stand keine Anzeichen für ein Fremdverschulden.

Frau P. verbüßte seit Mai 2012 eine Freiheitsstrafe wegen Betruges. Das Strafende war auf Mai 2017 datiert. Seit Ende Juli 2013 befand sich die Gefangene in der JVA Glasmoor im offenen Vollzug, wo sie seit August an Vollzugslockerungen teilnahm.

Wegen des Verdachts erneuter Straftaten im Rahmen der Lockerungen wurde Frau P. am gestrigen Dienstag in die JVA Hahnöfersand zurückverlegt. Die Gefangene, die den Tatvorwurf bestritt, erhielt zuvor Gelegenheit, mit ihrem Rechtsanwalt zu telefonieren. Bei Verlassen der JVA Glasmoor war Frau P. sichtlich aufgewühlt. Die begleitenden Bediensteten informierten die JVA Hahnöfersand bei Ankunft über den Zustand der Gefangenen. Daraufhin wurde Frau P. zunächst unter Beobachtung genommen. Der stellvertretende Teilanstaltsleiter und ein Psychologe führten ein ausführliches Gespräch mit ihr. Da hiernach keine Anzeichen für eine Selbstgefährdung erkennbar waren, bestand aus Sicht der aufnehmenden Justizvollzugsanstalt kein Anlass für weitergehende Sicherungsmaßnahmen, die mit erheblichen Einschränkungen für die Gefangene verbunden gewesen wären. Die Beobachtung wurde deshalb aufgehoben und die Gefangene in einem regulären Haftraum untergebracht.

Justiz- und Gleichstellungssenatorin Jana Schiedek (SPD): "Ich bin sehr betroffen über diesen tragischen Vorfall. Den Angehörigen gilt mein tiefes Mitgefühl."

(HA)
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