30.11.12

Altona

Brammerfläche: 200 Wohnungen und Beachclub auf dem Dach?

Auf der Fläche nahe Schulterblatt sollen 200 Wohnungen und Geschäften entstehen. Auch "Waagenbau" und "Astrastuben" könnten einziehen.

Von Celina de Cuveland
Foto: Bertold Fabricius/Pressebild.de
Zomia Bauwagenplatz
Wie geht es mit der Brammerfläche weiter?

Hamburg. So könnte es mit der Brammerfläche weitergehen: Möglich wäre ein Gebäude mit 200 Wohnungen, Geschäften, Kita und einem Studentenwohnheim. Der Beachclub "Central Park" könnte auf das Dach des Hauses ziehen. "Waagenbau"-Geschäftsführer John Schierhorn und der Architekt Leon Roloff haben jetzt auf einer öffentlichen Anhörung des Planungsausschusses Altona dieses Nutzungskonzept für die 8.500 Quadratmeter große Fläche zwischen Schulterblatt, Max-Brauer-Allee und Lippmannstraße vorgestellt.

Neben dem Beachclub sollen auch die Clubs von der Sternenbrücke "Waagenbau", "Fundbureau" und "Astrastube" Flächen in dem neuen Gebäude bekommen. Das Konzept sieht einen öffentlichen Innenhof und einen etwa sechs Meter breiten Fußweg auf der Brammerfläche vor.

Laut Roloff und Schierhorn werden keine Eigentumswohnungen, sondern soziales und studentisches Wohnen entstehen. "Das Konzept ist vorerst nur eine Bebauungsidee", sagt John Schierhorn. "Festgesetzt ist es noch nicht, Änderungen können wir jederzeit vornehmen". Um auf die Wünsche der Bewohner des Viertels eingehen zu können, ist am 29. Januar 2013 eine Stadtteilversammlung geplant. Dort sollen Arbeitsgruppen gebildet werden, die sich weiter mit der Nutzung der Brammerfläche beschäftigen.

Angedacht sei es - wie auch im Fall der Rindermarkthalle – einen "Planungswürfel" aufzustellen, um Bürger aktiv einzubinden. Eine Webseite und ein Informationsschreiben an alle Anwohner im Umkreis von einem Kilometer sind ebenfalls geplant.

Der bisher geltende Bebauungsplan, der eine ausschließlich gewerbliche Nutzung vorsieht, lässt laut Ansicht vieler Anwohner keine viertelgerechte Nutzung mehr zu. Der Bau einer Dönerfabrik und eines Autohaus standen bereits im Raum – stießen aber auf Ablehnung und wurden nicht realisiert. Ein Bürgerbegehren hatte im vergangenen Jahr versucht, den geltenden Bebauungsplan zu ändern. Die Initiative scheiterte jedoch an der Mindestanzahl der dafür notwendigen Stimmen.

Jetzt wollen Schierhorn und Roloff die Sache in die Hand nehmen. "Der Bebauungsplan ist der rechtliche Rahmen für inhaltlich gute Konzepte", sagt Schierhorn. "Also planen wir jetzt das Konzept und wollen parallel einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan erwirken."

Aktuell befinden sich auf der Brammerfläche der Beachclub Central Park, ein Parkplatz, der von einer gemeinnützigen Initiative betrieben wird, und seit diesem Sommer auch einige Wohnwagen der Wohnwagen-Gruppe Zomia. Gemeinsam mit den Bewohnern will man nun nach Ausweichflächen suchen.

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