Energiekrise

Stromverbrauch im Stand-by: Wo Sie besser den Stecker ziehen

| Lesedauer: 3 Minuten
Sophie Herrmann
So will Deutschland jetzt Strom und Gas sparen

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Dunkle Innenstädte und kühle Büros und Wohnungen: Das soll auf die Bürger im Herbst und Winter zukommen.

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Viele Haushaltsgeräte verbrauchen Strom im Stand-by – nicht nur für das Lämpchen. Wer jetzt den Stecker zieht, spart aber bares Geld.

Berlin. In Zeiten der Energiekrise ist Strom sparen für viele Haushalte besonders wichtig. Was viele nicht wissen: Einige Haushaltsgeräte verbrauchen auch im Stand-by-Modus weiterhin Strom. Das ist nicht nur schlecht für das Klima, sondern auch für das Portemonnaie. Bei vielen Haushaltsgeräten ist es ratsam, den Stecker nach dem Gebrauch zu ziehen. Lesen Sie hier die wichtigsten Informationen zu versteckten Stromfressern.

Stromverbrauch im Stand-by-Modus: Mehr als ein paar Euro extra

Beim versteckten Stromverbrauch im Stand-by-Modus denken viele, die paar Euro mehr oder weniger sind nicht schlimm. Tatsächlich machen sie aber knapp zehn Prozent der Stromrechnung aus. Lesen Sie hier: Strom: Preis an Börse bricht ein – Was das für Verbraucher bedeutet

Laut Umweltbundesamt belaufen sich die Kosten durch den Stromverbrauch im Stand-by-Modus deutschlandweit auf rund vier Milliarden Euro im Jahr. „Die Summe entspricht dem jährlichen Stromverbrauch von Berlin und Hamburg“, heißt es in der Broschüre „Energiesparen im Haushalt“ des Umweltbundesamtes.

Dem Vizepräsidenten des Umweltbundesamts, Thomas Holzmann, zufolge könne ein Durchschnittshaushalt 250 Euro im Jahr sparen, wenn Energie nicht unnötig verbraucht wird.

Dazu gehört, dass Sie Geräte nicht länger als notwendig ans Stromnetz anschließen. Oft sind Geräte zwar nicht in Gebrauch, ziehen im Stand-by-Modus aber weiterhin Strom, um für den Gebrauch „bereit“ zu sein.

Diese Geräte ziehen am meisten Strom im Leerlauf

Neben klassischen Haushaltsgeräten wie Fernseher, Computer und Spielekonsole zieht vor allem der Warmwasserboiler unnötig Strom im Stand-by-Modus.

Laut Energieversorger Vattenfall und dem Statistik-Unternehmen Statista entstehen so zusätzliche Kosten in Höhe 253,57 Euro im Jahr. Die verteilen sich auf:

  • Warmwasserboiler: 53,66 Euro
  • Kleinwasserspeicher: 38,22 Euro
  • PC mit Monitor und Drucker: 20,44 Euro
  • Spielekonsole: 19,21 Euro
  • DVB-T-Receiver: 19,12 Euro
  • DVD-Rekorder (mit Festplatte): 17,98 Euro
  • DSL-Router: 14,31 Euro
  • Mikrowelle (mit Uhr): 13,49 Euro
  • Elektroherd ( mit Uhr): 13,49 Euro
  • Festnetz-Telefon: 11,75 Euro
  • Elektrische Zahnbürste: 11,75 Euro
  • Soundsystem: 10,23 Euro
  • Kaffeemaschine (mit Uhr): 7,76 Euro
  • Flachbild-TV: 2,16 Euro

Stromverschwendung vermeiden

„Nach wie vor der einfachste Weg: Geräte komplett abschalten, die nicht im Einsatz sind und womöglich Strom auch im Leerlauf verbrauchen“, sagte Holzmann in einer Mitteilung des Umweltbundesamts. Achten Sie bei Ihren Geräten darauf, ob eine kleine Stand-by-Lampe leuchtet, wenn Sie das Gerät nicht verwenden. Wenn ja, wissen Sie, dass Ihr Gerät weiterhin Strom verbraucht – und sollten den Stecker ziehen.

Inzwischen gibt es Strommessgeräte, mit deren Hilfe Sie die versteckten Stromfresser finden können. Wenn Sie nicht jedes Mal alle Stecker ziehen wollen, können Sie auf Steckdosenleisten zurückgreifen. Diese lassen sich entweder manuell ein- und ausschalten. Oder sie investieren in eine Funksteckdose, die Sie per Fernbedienung an- und abschalten können.

Umweltfreundlicher Stromverbrauch

Die Energiekrise zeigt, wie wichtig es ist, bewusst mit unserer Energie umzugehen. Das fängt beim Kauf von Elektronikgeräten an. Wählen Sie Geräte mit einer hohen Energieeffizienzklasse wie A++ und A+++ oder mit dem Umweltzeichen „Blauer Engel“. Diese gelten laut Umweltbundesamt für die Umwelt als beste Waren einer Produktgruppe.

Sie können sich auch fragen, ob Sie wirklich das größte Gerät benötigen oder ob auch eine kleinere Version ausreicht. Ein Riesenkühlschrank mit Doppeltüren etwa verbraucht mehr Strom als sein eintüriges Pendant.

Der Artikel "Stromverbrauch im Stand-by: Wo Sie besser den Stecker ziehen" erschien zuerst auf morgenpost.de.