Vulkanismus

Vulkanausbrüche: Diesen Einfluss haben Eruptionen aufs Klima

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Rabea Erradi
Lava fließt aus dem Vulkan Cumbre Vieja beim Ausbruch auf La Palma - nun erreicht Deutschland eine Vulkanwolke.

Lava fließt aus dem Vulkan Cumbre Vieja beim Ausbruch auf La Palma - nun erreicht Deutschland eine Vulkanwolke.

Foto: dpa

Der Vulkan auf La Palma kommt nicht zur Ruhe, und auch anderorts gibt es Ausbrüche. Dies kann mitunter Folgen für das Klima haben.

Berlin. Die anhaltende Aktivität des Vulkans Cumbre Vieja auf La Palma sorgt seit September für Schlagzeilen - und ein Ende ist nicht absehbar. In Japan ist im Oktober der Vulkan Aso ausgebrochen, und auch der italienische Vulkan Ätna rumort immer wieder. Vulkanausbrüche bringen allerdings nicht nur verheerende Lavaströme zum Vorschein - sie haben mitunter auch einen immensen Effekt auf das Klima.

Zum einen kommt es durch Vulkanismus zum Ausstoß von Kohlenstoffdioxid (CO2). Die chemische Verbindung verstärkt den Treibhauseffekt. Allerdings wird davon ausgegangen, dass die vulkanischen Emissionen gegenüber denen der Menschen in der Regel unbedeutend sind, wie das Umweltbundesamt schreibt. Einer britischen Untersuchung aus dem Jahr 2005 zufolge entsprechen sie nur einem Prozent des durch die Menschheit verursachten jährlichen CO2-Ausstoßes.

Vulkanausbrüche können für Abkühlung sorgen

Vulkanausbrüche haben aber auch einen kühlenden Effekt: Wird die Auswurfmasse eines Vulkans explosiv herausgeschleudert, kann sie in die Stratosphäre gelangen, die durchschnittlich zwischen 10 und 50 Kilometern Höhe liegt, oder selbst bis in die darüberliegende Mesosphäre vordringen, schreibt das Umweltbundesamt. In jenen Höhen kommt es demnach auf Sulfatpartikel an, die sich nach einigen Monaten aus den schwefelhaltigen Vulkangasen bilden und dafür sorgen können, dass weniger Sonnenstrahlung bis zur Erdoberfläche vordringt. Das Ergebnis ist eine Abkühlung.

Tambora-Ausbruch führte zu "Jahr ohne Sommer"

So geschah es beispielsweise nach dem Ausbruch des Tambora im heutigen Indonesien im Jahr 1815, bei dem es sich laut Umweltbundesamt um den wohl stärksten explosiven Vulkanausbruch der vergangenen Jahrhunderte handelt: Die Eruption wurde zu einer globalen Naturkatastrophe, die in vielen Teilen der Welt zu einem sogenannten "Jahr ohne Sommer" führte.

Auch in Europa wurden in den Sommermonaten des Jahres 1816 extrem niedrige Temperaturen gemessen, infolgedessen kam es zu drastischen Ernteeinbußen und einem damit einhergehenden Preisanstieg von Lebensmitteln, Hunger, Krankheitsausbrüchen und schweren Unwettern mit . Auch Deutschland wurde schwer von dem Kälteeinbruch getroffen.

La Palma: Cumbre Vieja wirkt sich offenbar nicht aufs Klima aus

Obwohl der Ausbruch des Cumbre Vieja auf La Palma nun schon seit Wochen andauert, rechnen Expertinnen und Experten nicht damit, dass das Naturschauspiel auf der kanarischen Insel für klimatische Veränderungen sorgt. Erhöhte Schwefeldioxid-Werte in der Erdatmosphäre gibt es aufgrund der Eruption auf La Palma aber durchaus: Davon sind laut Bundesumweltamt allerdings vor allem die höheren Luftschichten betroffen. Bodennah zeigten die Messdaten in einer Höhe von ca. 3 Metern hingegen keine Auffälligkeiten.