Leopoldplatz in Berlin-Wedding

U-Bahn-Angriff: Zwei junge Männer legen Geständnis ab

Lesedauer: 2 Minuten

Der Angriff auf ein junges Paar in der Berliner U-Bahnlinie 6 am Bahnhof Leopoldplatz ist aufgeklärt. Die Polizei hat zwei Hauptverdächtige ermittelt.

Berlin. Die Gewaltattacke auf ein junges Paar in einer Berliner U-Bahn ist aus Sicht der Polizei aufgeklärt. Ein 17-Jähriger und ein 20-Jähriger legten am Mittwoch ein Geständnis ab. Wie ein Polizeisprecher am Donnerstag berichtete, soll der Jüngere der beiden in der Nacht zum Sonnabend in der U-Bahnlinie 6 einen 21 Jahre alten Mann krankenhausreif geschlagen haben. Der zweite mutmaßliche Täter habe die 20 Jahre alte Freundin des Opfers gegen die Waggonwand geschubst. Sechs Begleiter der Angreifer wurden demnach nicht selbst gewalttätig. Dem Angriff soll ein Wortwechsel vorangegangen sein.

Den Durchbruch in den Ermittlungen brachte die Vernehmung von vier Jugendlichen aus der Gruppe der mutmaßlichen Täter, die sich am Dienstagabend der Polizei gestellt hatten. Mithilfe ihrer Aussagen konnten die Ermittler den Tatablauf nachvollziehen und die zwei Hauptverdächtigen dingfest machen.

Der Angriff spielte sich in einer U-Bahn am Bahnhof Leopoldplatz in Berlin-Wedding ab. Die Jugendlichen sollen in den Zug gestiegen sein und die 20-jährige Frau nach einem Taschentuch gefragt haben. Als sie ihnen keines geben konnte, kam es zu Beschimpfungen. Dabei habe die junge Frau einen der späteren Täter beleidigt, sagte der Polizeisprecher. Daraufhin erhielt der 21-Jährige mehrere Faustschläge ins Gesicht und brach sich das Nasenbein. Seine Begleiterin wurde gegen die Waggonwand geschubst und ebenfalls verletzt. Am Bahnhof Afrikanische Straße gelang es den Opfern, den Zug zu verlassen und Hilfe zu rufen.

Die Polizei widersprach ersten Berichten, nach denen mehrere Fahrgäste die Tat gesehen hätten, aber nicht eingeschritten seien. „Das war offensichtlich nicht so“, sagte der Sprecher. Bei der Suche nach den Tätern spielte auch die Auswertung von Videoaufzeichnungen eine Rolle, außerdem fahndete die Polizei intensiv an Schulen und Jugendtreffs. Die geständigen jungen Männer sind der Polizei bereits für Gewalttaten bekannt. Nach ihrer Vernehmung wurden sie entlassen.

Immer wieder war es in den vergangenen Monaten in Berliner U- und S-Bahnen zu gewalttätigen Übergriffen gekommen. Mehrere Menschen wurden verletzt.

( (dpa/abendblatt.de) )