Nach Attacke in Berliner U-Bahn

Druck wurde zu groß: Vier Tatverdächtige stellen sich

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Die Ermittler waren den vier Schlägern aus der U6 schon auf den Fersen. Jetzt stellten sich drei 17-Jährige und ein 18-Jähriger der Polizei.

Berlin. Nach der Gewaltattacke auf ein junges Paar in einer Berliner U-Bahn haben sich vier junge Männer der Polizei gestellt. Drei 17-jährige Jugendliche und ein 18-Jähriger meldeten sich am Dienstagabend auf einem Polizeirevier, wie ein Sprecher der Polizei am Mittwoch berichtete. Er wertete dies auch als Erfolg intensiver Ermittlungen: „Wir waren ihnen schon recht nah auf der Spur. Dadurch war der Druck so groß, dass sie sich gestellt haben.“ Die Verdächtigen sind der Polizei bereits wegen Gewalttaten bekannt. Sie sollten noch im Laufe des Mittwochs vernommen werden.

Dabei sollte vor allem der genaue Ablauf der Tat nachvollzogen werden. „Wir müssen jetzt erst klären: Wer war aktiv beteiligt, wer hat geschlagen, wer hat nur zugeguckt“, erläuterte der Polizeisprecher. Erst anschließend könne entschieden werden, ob die Tatverdächtigen einem Haftrichter vorgeführt werden. Zum Motiv machte der Sprecher der Polizei keine Angaben. Auch dies sei Gegenstand der Ermittlungen, hieß es.

Bei der Fahndung spielte auch die Auswertung von Videoaufzeichnungen eine Rolle. Die Ermittler hätten die Zahl der Personen, die als Verdächtige infrage kamen, anhand der Bilder eingrenzen können.

Eine Gruppe junger Leute soll in der Nacht zum Sonnabend in der U-Bahnlinie 6 am U-Bahnhof Leopoldplatz im Wedding einen 21 Jahre alten Mann angegriffen und krankenhausreif geschlagen zu haben. Auch dessen 20-jährige Freundin wurde verletzt.

Nach ersten Darstellungen sollte das Paar andere Fahrgäste vergeblich um Hilfe gebeten haben. Dies relativierte die Polizei jetzt aber: „Ob dies genau so abgelaufen ist, steht gar nicht so fest.“ Auch hier sollen die Vernehmungen Klarheit bringen.

Die Jugendlichen sollen in die U-Bahn gestiegen sein und die 20-jährige Frau nach einem Taschentuch gefragt haben. Als sie ihnen keines geben konnte, kam es zu Beschimpfungen. Als das Pärchen dann den Platz wechseln wollte, erhielt der 21-Jährige mehrere Faustschläge ins Gesicht und brach sich das Nasenbein. Als ihm seine Begleiterin helfen wollte, wurde sie gegen die Waggonwand geschubst. Am Bahnhof Afrikanische Straße gelang es den Opfern, den Zug zu verlassen und Hilfe zu rufen.

Immer wieder war es in den vergangenen Monaten in Berliner U- und S-Bahnen zu gewalttätigen Übergriffen gekommen. Mehrere Menschen wurden verletzt.

( (dpa/abendblatt.de) )