Atomruine in Fukushima

Radioaktives Strontium in Japans Katastrophenregion entdeckt

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Im zerstörten AKW Fukushima befinden sich noch viele Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser. Im Boden wurde gefährliches Strontium nachgewiesen.

Tokio. Bei Untersuchungen von Bodenproben im japanischen Katastrophengebiet sind weitere Spuren von radioaktivem Strontium entdeckt worden. Der gefährliche Stoff sei an elf verschiedenen Standorten in der Provinz Fukushima gefunden worden, wo auch das havarierte Atomkraftwerk Fukushima Eins (Daiichi) steht, gab das Wissenschaftsministerium am Donnerstag bekannt. Eine Spur von Strontium wurde erstmals auch in der gleichnamigen Provinzhauptstadt Fukushima gefunden.

Nach Aussagen der Atomaufsichtsbehörde sei es aber unwahrscheinlich, dass das Strontium eine unmittelbare Gefahr für die menschliche Gesundheit darstellt, meldete die Agentur Kyodo. Wissenschaftler sprechen bei Strontium allerdings auch von einem „Knochenkiller“. Es schädige das Knochenmark und könne Leukämie (Blutkrebs) auslösen. Erst kürzlich hatte der Betreiber Tepco in Bodenproben vom AKW-Gelände Spuren an Strontium festgestellt. Bereits im März war auch im Boden und in Pflanzen in der Stadt Namie sowie dem Dorf Iitate, rund 30 Kilometer von der Atomruine entfernt, Strontium entdeckt worden.

Unterdessen will die Verwaltung der in der Provinz Fukushima gelegenen Stadt Date an alle 8000 Kinder ab dem Vorschulalter bis 15 Jahren Dosimeter verteilen. Das teilte die Stadt am Donnerstag mit. Hintergrund ist die zunehmende Sorge der Menschen vor Verstrahlung. Date liegt nahe am Ort Iitate, dessen Bewohner auf Weisung der Regierung wegen der langfristigen Verseuchungsgefahr ihre Häuser verlassen müssen.

Unterdessen begann der Betreiber Tepco damit, ein neu installiertes System zur Behandlung von verseuchtem Wasser zu testen. Damit könne Wasser von radioaktiven Materialien gereinigt werden. Die Reparaturtrupps des AKW setzen seit Monaten Millionen Liter Wasser ein, um die beschädigten Reaktoren zu kühlen. Im zerstörten Atomkraftwerk schwappen nach Angaben von Tepco inzwischen mehr als 100.000 Tonnen hochgradig radioaktiv verseuchtes Wasser.

( (dpa/abendblatt.de) )