Neue Aschewolke

Flugverbot über Schottland und Nordirland wegen Vulkanasche

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Möglicherweise müsse später auch der Flugbetrieb in England und Wales eingestellt werden. Deutschland ist vorerst nicht betroffen.

London. Wegen einer gefährlichen Konzentration von Vulkanasche aus Island wird am Mittwoch der Luftraum über Schottland und Nordirland ab 08.00 Uhr (MESZ) gesperrt. Das entschied die britische Behörde für Zivilluftfahrt am Dienstagabend. Möglicherweise müsse später auch der Flugbetrieb in England und Wales eingestellt werden, teilte die Behörde mit. Bereits am Dienstag war der Luftraum über der Republik Irland sechs Stunden lang gesperrt.

Zuletzt war der Luftraum über Irland und Teilen Großbritanniens am 22. April gesperrt. Damals stürzte der isländische Vulkan Eyjafjalla den europäischen Luftraum tagelang ins Chaos. Die Fluggesellschaften erlitten nach eigenem Bekunden einen Milliardenschaden. Hunderttausende Passagiere saßen teils tagelang in aller Welt fest.

Keine Flugausfälle in Deutschland

In Deutschland drohen bis zum Wochenende dank Tief „Ulrike“ vermutlich keine Flugausfälle wegen der Aschewolke aus Island. Außerdem bringt „Ulrike“ vom Mittelmeer aus Regen nach Deutschland, der die Asche aus der Luft waschen würde, wie Andreas Friedrich, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst (DWD), am Dienstag sagte. Der Wind wehe die Wolke von Island aus nach Irland und Großbritannien. Von dort aus werde die Vulkanasche aber westwärts auf den Atlantik getrieben. Am Dienstag waren in Irland und Teilen Schottlands wegen der Asche alle Flüge gestrichen worden. In Irland sollten die Flüge am Nachmittag wieder aufgenommen werden.

Vulkanasche wird im Internet verkauft

Geschäftstüchtige, aber auch hilfsbereite Isländer bieten unterdessen Vulkanasche aus dem schier unaussprechlichen Eyjafjallajökull gläschenweise an. Wie Sofus Gustavsson am Dienstag in der Zeitung „Dagbladet“ (Oslo) berichtete, sind bei ihm Bestellungen unter anderem aus Deutschland, anderen europäischen Ländern sowie den USA und Australien eingegangen.

Die Idee sei ihm bei der Anfrage eines Bekannten aus dem Ausland gekommen, ob er ihm nicht ein bisschen von der Asche per Post schicken könne, berichtete der Isländer. Dabei war die Vulkanasche ja im April eine Woche lang portofrei aber unerwünscht als Wolke zum europäischen Kontinent gelangt. Dort hatte sie den Flugverkehr fast eine Woche lang in weiten Teilen lahmgelegt.

Über die Internetseite ( www.namni.is ) können Interessenten je 160 Gramm Vulkanasche zum stolzen Preis von 108 Dollar (82 Euro) erwerben. Der Erlös wird an die gemeinnützige Organisation ICESAR weitergeleitet, die Aufräumarbeiten bei den vom Vulkanausbruch im südlichen Island betroffenen Anwohnern organisiert. Dort musste in den letzten Wochen vor allem Vulkanasche weggeräumt werden.