Norderstedt

Mehr Evakuierte als Einwohner

In den meisten 89 Gemeinden des Kreises Segeberg waren Evakuierte und Flüchtlinge 1946 gegenüber den Einwohnern in der Überzahl. Das geht aus einem Bericht des Kreises Segeberg vom November 1946 hervor. Der erste Zustrom erfolgte nach den Hamburger Bombennächten, der zweite kam Anfang 1945, als die Evakuierung Ostpreußens einsetzte, die dritte Welle baute sich auf, als Teile der deutschen Restarmee ins Entlassungslager Segeberg drängten. Mehr als 300 000 ehemalige deutsche Soldaten wurden von Segeberg aus entlassen. Von ihnen blieben viele, die im Osten beheimatet waren, in den Landgemeinden des Kreises. Damals stieg die Bevölkerungszahl von 53 000 auf 97 000 an. Dann lief die Aktion "Schwalbe" an, die den Abtransport von mehr als 320 000 Menschen aus den Gebieten jenseits der Oder/Neiße-Linie nach Schleswig-Holstein vorsah. Im Kreis Segeberg wuchs die Zahl der Einwohner im Vergleich zu 1939 um 122 Prozent.