Norderstedt

Das Kriegsende im Kreis Segeberg

MAI 1945: Eine letzte Verteidigungslinie im Kreis Segeberg sollte die britischen Panzer aufhalten.

Kreis Segeberg. Quer durch den Kreis Segeberg verläuft in den letzten Kriegstagen eine letzte Verteidigungslinie, um die britischen Truppen von Schleswig-Holstein fernzuhalten. Schleswig-Holstein soll entlang der Linie Elmshorn-Barmstedt-Alveslohe-Ahrensburg-Geesthacht-Boizenburg verteidigt werden. In aller Eile werden Minengürtel, Stacheldrahtverhaue und Laufgräben angelegt, worauf die Briten mit Luftangriffen auf die deutschen Stellungen reagieren. Am 2. Mai erteilt Großadmiral Dönitz den Befehl, Truppen aus Hamburg abzuziehen, um die Verteidigungslinie zu halten. Zu infanteristischen Kämpfen kommt es jedoch nicht mehr, weil General Blumentritt mit den Briten vereinbart, sich auf eine Linie 40 Kilometer nordwestlich von Hamburg zurückzuziehen. Am 3. Mai fahren über 100 britische Panzer der elften britischen Panzerdivision kampflos in Bad Segeberg ein. Bis zum 27. Mai müssen in allen Orten im Kreis Segeberg die aufgetürmten Straßenhindernisse verschwinden, schreibt Ortskommandant Major Duncan-Anderson an alle Bürgermeister im Kreis.

Am 2. Mai kommt es in einem Waldstück zwischen Bad Segeberg und Bad Bramstedt zu einem Treffen zwischen SS-Reichsführer Himmler und Reichsminister Speer. Anschließend läßt sich Himmler über die Reichsstraße 206 nach Bad Bramstedt fahren, wo er sich bei Wehrmachtsoffizieren über die militärische Lage informiert.

Schon Tage vor dem abzusehenden Kriegsende wird auf dem Flugplatz bei Kaltenkirchen soviel Kriegsgerät wie möglich gesprengt. Deutsche Soldaten werfen ihre Waffen in Gräben und fliehen in Richtung Dithmarschen und Eiderstedt.

Aber noch am 8. Mai kommt es in Hartenholm zu einem rätselhafte Ereignis: 90 Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter werden nach ihrer Befreiung von einer Kampfeinheit in den Wald gejagt und gezielt beschossen. Fünf Männer sterben.