Beate Zschäpe

Fluchthilfe: Verdacht gegen Susann E. hat sich erhärtet

Die Vertraute soll Beate Zschäpe bei ihrer Flucht 2011 geholfen haben. Innenminister Friedrich fordert von der Angeklagten, ihr Schweigen im NSU-Prozess zu beenden.

München/Karlsruhe. Bei ihrer Flucht aus Zwickau im November 2011 hatte die mutmaßliche Neonazi-Terroristin Beate Zschäpe offenbar eine Helferin. Der Verdacht gegen die frühere Zschäpe-Vertraute Susann E. habe sich erhärtet, schreibt der „Focus“. Die 31-Jährige soll Zschäpe kurz nach der Brandstiftung im Haus der Terrorzelle Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) saubere Kleider übergeben haben. Die Bundesanwaltschaft ermittelt gegen die mutmaßliche Fluchthelferin laut „Focus“ nun auch wegen des Verdachts der Strafvereitelung. Bisher hatte man ihr Unterstützung einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen.

Eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft bestätigte lediglich, dass bei einer von neun beschuldigten Personen Ermittlungen auch auf den Verdacht der Strafvereitelung ausgeweitet wurden. Neben Zschäpe müssen sich vom 6. Mai an vier Angeklagte vor dem Oberlandesgericht München wegen der NSU-Mordserie verantworten. Die Ermittler in Karlsruhe gehen davon aus, dass Zschäpe das Feuer im Haus gelegt hat und ihre mit einem Brandbeschleuniger verschmutzten Kleider wechselte. Wer ihr dabei half, stand lange Zeit nicht fest.

Unterdessen hat Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) an die Hauptangeklagte Zschäpe appelliert, ihr Schweigen zu brechen und so zur Aufklärung der Mordserie beizutragen. Er sagte der „Bild am Sonntag“ mit Blick auf das am 6. Mai beginnende Verfahren vor dem Oberlandesgericht in München: „Ich hoffe, dass Frau Zschäpe im Laufe des Prozesses zur Besinnung kommt und zur Aufklärung dieser schrecklichen Taten beiträgt.“ Oft sei es „im eigenen Interesse des Angeklagten, sein Schweigen aufzugeben“. Der Minister setzt darauf, dass auch die Last der Indizien Zschäpe zu einer Aussage bewegen könnte.