Löschen statt sperren

Bericht: BKA häufig machtlos bei Kinderpornografie im Internet

Die Seiten von Kinderschändern bleiben zu lange online. Die Zugriffszahlen bis zum Löschen sind immens hoch.

Berlin. Das Bundeskriminalamt (BKA) kann die Kinderpornografie im Internet nach einem Zeitungsbericht nicht effektiv bekämpfen. Kinderpornografische Webseiten blieben trotz aller Löschungsbemühungen zu lange abrufbar, heißt es einer internen BKA-Studie, die der „Welt“ vorliegt. 40 Prozent solcher Internetseiten könnten nach einer Woche noch per Mausklick auf den Computer geladen werden. Bis zum Verschwinden der Seiten gebe es laut der Untersuchung immense Zugriffszahlen. Das BKA schlage als Lösung deshalb das Sperren der Seiten bis zur Löschung vor.

Der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Wolfgang Bosbach (CDU), forderte, den Zugang durch Internetsperren zu erschweren. Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) hält hingegen am Prinzip „Löschen statt Sperren“ fest.

Das BKA erhält der Studie zufolge rund 150 Hinweise im Monat, mit denen sich die Kinderpornografie im Internet bekämpfen lässt. 63 Prozent kommen von Hotlines und der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien, 22 Prozent von Polizeidienststellen aus dem In- und Ausland, 14 Prozent direkt von Bürgern und ein Prozent von Interpol/Europol.