Vorwürfe

Uno: "Bedeutender" Wahlbetrug in Afghanistan

Zwei Monate nach der Präsidentenwahl in Afghanistan hat die Uno erstmals einen größer angelegten Wahlbetrug eingeräumt.

Kabul. Der Uno-Sondergesandte in dem Land, der Norweger Kai Eide, sprach in Kabul von einem "bedeutenden" und weitreichenden Betrug, dessen genaues Ausmaß untersucht werde. Unregelmäßigkeiten habe es in einer Reihe von Wahllokalen im Süden und im Südosten des Landes gegeben, "jedoch nicht nur dort", sagte Eide. Wegen der noch laufenden Ermittlungen der Unabhängigen Wahlkommission (IEC) und der Wahlbeschwerdekommission (ECC) sei es noch nicht möglich zu sagen, wie viele Stimmen gefälscht worden seien.

Die Wahlen am 20. August waren von Beginn an von Vorwürfen des Wahlbetrugs überschattet gewesen. Laut dem vorläufigen Ergebnis gewann der Amtsinhaber Hamid Karsai mit 54,6 Prozent der Stimmen; sein schärfster Herausforderer, Abdullah Abdullah, kam auf 28 Prozent. Die Endergebnisse der Wahl werden für Ende der Woche erwartet.

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