Vor Nato-Stützpunkt und in Kundus

Neue Selbstmordanschläge in Afghanistan

Zwei Menschen starben bei der Explosion vor einem der wichtigsten Lager der Streitkräfte. Die Taliban holen zum Gegenschlag gegen die Großoffensive in Afghanistan aus.

Kabul/Kandahar. Bei einem Selbstmordanschlag vor einem der wichtigsten Nato-Stützpunkte im Süden Afghanistans sind zwei Menschen getötet worden. Weitere 13 Menschen wurden verletzt, wie der afghanische General Schair Mohammad Sasai mitteilte. Nach Angaben eines AFP-Reporters vor Ort sprengte sich der Attentäter nur 50 Meter vor dem Eingang der Basis in der Provinz Kandahar in die Luft.

Nach Einschätzung von Sasai richtete sich der Anschlag jedoch nicht gegen den Stützpunkt selbst, sondern gegen einen nahe gelegenen Kontrollposten. Der Attentäter habe sich in einer Gruppe von Fahrzeugen in die Luft gesprengt, die auf dem Weg nach Kandahar auf eine Durchsuchung warteten.

Ein Polizeivertreter sagte dagegen, es sei nicht ausgeschlossen, dass der Attentäter den Stützpunkt selbst treffen wollte. In dem riesigen Komplex sind Tausende ausländische und afghanische Soldaten untergebracht. Zu dem Anschlag bekannten sich die radikalislamischen Taliban. Taliban-Sprecher Yusuf Ahmadi sagte, der Anschlag habe sich gegen Fahrzeuge der US-Armee gerichtet.

Bei einem Anschlag im nordafghanischen Bundeswehr-Standort Kundus sind nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur dpa vier amerikanische Polizeiausbilder getötet worden. Bundeswehr-Soldaten seien nach der Detonation an den Tatort gerufen worden, bei dem Sprengstoffanschlag selber aber nicht zu Schaden gekommen. Der Gouverneur der Provinz Kundus, Mohammad Omar, bestätigte den Anschlag, sprach aber von vier Schwerverletzten.

( AFP/dpa )

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