Venezuela bricht Beziehungen zu Kolumbien ab

Uno in Alarmbereitschaft wegen Rebellen-Konflikt in Südamerika

Generalsekretär Ban fordert Mäßigung von Präsident Hugo Chavez. Der nahm für seine Drohungen sogar Diego Maradona mit zur Fernsehansprache.

New York/Caracas. Der Konflikt eskaliert, die Furcht vor einer militärischen Auseinandersetzung wächst. Die Uno ist alarmiert. Angesichts der heftigen Spannungen zwischen Venezuela und Kolumbien hat Uno-Generalsekretär Ban Ki-moon beide Länder zum Dialog aufgefordert. Ban hoffe, dass die Streitigkeiten der beiden Regierungen durch Gespräche gelöst werden könnten, erklärte sein Sprecher in New York. Der Generalsekretär rufe alle Seiten „zur Mäßigung auf, damit die Situation auf friedliche Weise gelöst werden kann“. Venezuelas Staatschef Hugo Chávez hatte die diplomatischen Beziehungen zu dem Nachbarn abgebrochen und die Streitkräfte in Alarmbereitschaft versetzt. Der Grund ist der Vorwurf Kolumbiens, die Regierung von Chávez unterstütze kolumbianische Rebellen.

Als Konsequenz aus dem Konflikt hat Venezuelas Präsident Chavez die Beziehungen zum Nachbarland abgebrochen und für das Grenzgebiet höchste Alarmbereitschaft angeordnet. „Wir haben keine andere Wahl, als um unserer Würde willen die Beziehungen zu unserer Brudernation Kolumbien vollständig abzubrechen“, sagte Chavez in einer Fernsehansprache im Beisein der argentinischen Fußball-Legende Diego Armando Maradona.

Der venezolanische Staatschef wies die Vorwürfe aus Kolumbien zurück und nannte sie eine von den USA ausgehende Aggression. Die Vereinigten Staaten hätten den scheidenden Präsidenten Alvaro Uribe zu den Angriffen angestiftet.

Chavez hatte im vorigen Jahr die Handelsbeziehungen zum Nachbarland abgebrochen, weil es US-Truppen im Kampf gegen die Drogenmafia die Benutzung von Stützpunkten gestattete. Das sei eine direkte Bedrohung Venezuelas, erklärte Chavez damals. In seiner Fernsehansprache äußerte er die Hoffnung auf eine Verbesserung des Verhältnisses unter dem neuen kolumbianischen Präsidenten Juan Manuel Santos, der sein Amt am 7. August antritt.