Drohungen

US-Präsident Trump benimmt sich wie ein Kleinkrimineller

Die ersten Arbeitstage von Donald Trump boten schon allerlei Stoff für Sorge und Streit.

Die ersten Arbeitstage von Donald Trump boten schon allerlei Stoff für Sorge und Streit.

Foto: JOSHUA ROBERTS / REUTERS

Was treibt Donald Trump bloß dazu, allen permanent politisch zu drohen? So benimmt sich kein US-Präsident. Eher ein Schulhofschläger.

Washington.  Unberechenbar will Donald Trump sein. Nicht vorhersehbar für seine Gegner im In- und Ausland. Was für eine Selbsttäuschung. Im Umgang mit dem südlichen Nachbarn Mexiko reagiert der Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika so, wie man es von ihm seit Beginn seiner Kandidatur gewöhnt ist: egomanisch und maßlos.

Mexikos Präsidenten Nieto via Twitter ein Ultimatum zu stellen – sinngemäß: Bring einen ersten Scheck für meine Grenzmauer mit, wenn Du nächste Woche nach Washington kommst, oder bleibst besser zuhaus – konnte nur eine Reaktion auslösen: Nietos Reise-Stornierung.

Woher kommt diese Neigung zum Demütigen?

Andernfalls hätte der mexikanische Präsident völlig sein Gesicht verloren. Ein Rücktritt wäre schwer vermeidbar gewesen. Was treibt Trump? Warum diese Neigung zum Demütigen und Herabwürdigen? Glaubt er wirklich, dass man so politische Geschäfte macht?

Dass der Nachbar für sein von Fachleuten als überflüssig und schädlich bezeichnetes Prestige-Projekt entlang der Grenze nicht bezahlen will, ist seit über einem Jahr klar – und logisch.

Stil von Schulhofschlägern

Einen historisch, wirtschaftlich und strategisch wichtigen Partner trotzdem öffentlich zu erpressen – zahle oder bleib weg – ist der Stil von Kleinkriminellen und Schulhofschlägern. Staaten pflegen normalerweise andere Umgangsformen. Aber Trump ist nicht normal.

Bestehende Traditionen zu schleifen, damit ist er im Wahlkampf angetreten. Dafür haben ihn 60 Millionen Amerikaner gewählt. Aber: Sie wollen Resultate, Jobs, Perspektiven. Und sie wollen sich am Ende des Tages nicht für ihren Präsidenten schämen müssen.

Weißes Haus als Fortsetzung einer Reality Show

Symbolpolitik und Armdrücken auf der Weltbühne helfen ihnen nicht weiter. Genau das aber ist dem „Wrestling“-Fan Trump furchtbar wichtig. Das Weiße Haus scheint für ihn die Fortsetzung einer Reality-Fernsehshow mit anderen Mitteln zu sein. Man droht, man blufft, man verkracht sich - alles nur zum Schein. Bis zur nächsten Folge.

Irgendwer muss Donald Trump erklären, dass die Wirklichkeit anders funktioniert.