DOSSIER

Der Luftangriff bei Kundus und seine Folgen

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War der von einem Deutschen befohlene Luftangriff auf zwei gestohlene Tanklastzüge bei Kundus gerechtfertigt oder nicht? Die "Kundus-Affäre" beschäftigt die deutsche und internationale Öffentlichkeit.

Hamburg. Fast 150 Menschen wurden am 4. September 2009 bei einem Luftangriff auf zwei Tanklastzüge unweit von Kundus in Afghanistan getötet. Der Befehl kam vom deutschen Oberst Georg Klein. Er war nach eigenen Angaben davon ausgegangen, dass die gestohlenen Tanklastzüge der Taliban helfen sollten, Terroranschläge zu verüben. Infolge des Bombenangriffs und der politischen Verwicklungen musste der damalige Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) im November 2009 zurücktreten. Sein Nachfolger, Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), bewertete den Luftangriff zunächst als militärisch angemessen. Später revidierte er mit Verweis auf neue Informationen seine Einschätzung. Die Umstände des Luftangriffs werden von einem Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestages aufgearbeitet.