Guttenberg-Affäre

20.000 Wissenschaftler unterzeichnen offenen Brief

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Mit einem offenen Brief wenden sich Wissenschaftler aus ganz Deutschland an Angela Merkel. Sie fühlen sich verhöhnt.

Berlin. In einem Offenen Brief haben sich rund 20.000 Doktoranden, Wissenschaftler und andere Unterstützer an Bundeskanzlerin Angela Merkel gewendet und ihr in der Affäre um Karl-Theodor zu Guttenbergs Doktorarbeit eine „Verhöhnung“ aller wissenschaftlichen Mitarbeiter und Doktoranden vorgeworfen. „Bis Sonntagabend 17.45 Uhr haben 19.354 Menschen unterschrieben“, sagte einer der Initiatoren des Briefes, Tobias Bunde, dem Hamburger Abendblatt. „Und pro Minute kommen zehn bis 15 Unterzeichner dazu.“

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In dem Brief, der im Internet ( http://offenerbrief.posterous.com/ ) einsehbar ist, greifen Tausende Promovierte und Promovierende Merkel scharf an. „Durch die Behandlung der Causa Guttenberg als Kavaliersdelikt leiden der Wissenschaftsstandort Deutschland und die Glaubwürdigkeit Deutschlands als Land der Ideen“, heißt es. Merkels Behandlung der Plagiatsaffäre lege nahe „dass es sich beim Erschleichen eines Doktortitels um ein Kavaliersdelikt handele“.

„Es stehen die Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens auf dem Spiel“, begründet Bunde die Aktion. Der 27-Jährige promoviert an der Universität Konstanz im Fach Politikwissenschaft. Seine Forderung: „Die Kanzlerin muss sich deutlich positionieren und die Bildungsrepublik Deutschland verteidigen. Konkret heißt das, sie muss Guttenberg entlassen.“ Am Sonntagabend soll der Offene Brief im Berliner Kanzleramt abgegeben werden.